| Daniel Mauch − Bildhauer im Zeitalter der Reformation |
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| Sonntag, 04. Oktober 2009 um 06:10 Uhr | ||
Daniel Mauch − Bildhauer im Zeitalter der Reformation Ausstellung im Ulmer Museum 13. September bis 29. November 2009
Zum ersten Mal überhaupt präsentiert eine umfassende Ausstellung zum Werk des Ulmer Bildschnitzers Daniel Mauch alle zentralen Arbeiten des Meisters. Die rund 70 Leihgaben aus bedeutenden Sammlungen in Europa und den USA sowie aus süddeutschem Kirchenbesitz sind nur in Ulm zu sehen.
Die wichtigsten Altarwerke aus Mauchs Ulmer Jahren sind in der Ausstellung zu sehen: Für das Frühwerk stehen das 1510 entstandene Bieselbacher Flügelretabel und der sonst öffentlich kaum zugängliche Maggmannshofer Altar. Vom Geislinger Altar aus der Zeit um 1520 werden die Schreinfiguren und die Reliefs der Predella gezeigt.
Besonderes Augenmerk verdient die Gruppe kleinformatiger Aktfiguren, die in der Ulmer Ausstellung erstmals gemeinsam und fast vollzählig präsentiert werden können. Namhafte Sammlungen wie das Metropolitan Museum of Art in New York, das Cleveland Museum of Art, das Londoner Victoria & Albert Museum, das Historische Museum Basel, das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg oder das Liebieghaus in Frankfurt am Main stellen für diese einmalige Gelegenheit ihre kostbaren Werke zur Verfügung.
Katalog: Verlag Hatje Cantz, 340 S., ca. 340 Abb., davon 150 farbig, Preis 29,- € Eröffnung: Sonntag, 13. September, 11.30 Uhr, Ulmer Museum Eintritt: € 6,- / 4,- ermäßigt Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr, Sa, So: 11–17 Uhr, Do 11–20 Uhr Öffentliche Führungen: Di, Mi, Sa, 14.30 Uhr; Do, 18 Uhr; So, 11.15 Uhr
[Bilderquellen (von oben nach unten) Bild1: Bieselbach_Mauch_Altar Daniel Mauch, Altarretabel mit Darstellung der Heiligen Sippe, 1510 230 cm x 256 cm (geöffneter Zustand) Bieselbach (Gem. Horgau), Franz-Xaver-Kapelle, Foto: Wolfgang Adler, Blaustein; Bild 2+3: Cleveland_Mauch_Adam / Cleveland_Mauch_Eva (Adam links, Eva rechts) Daniel Mauch, Adam und Eva, 1530er Jahre Buchsbaum, 18 cm hoch The Cleveland Museum of Art, Purchase from the J. H. Wade Fund Foto: The Cleveland Museum of Art / Gary Kirchenbauer; Bild4: Frankfurt_Mauch_Nackte_Alte Daniel Mauch, Nackte Alte, um 1520 (?) Buchsbaum, 20,7 cm hoch Frankfurt a. M., Liebieghaus Skulpturensammlung, Foto: Rühl & Bormann] |


























































Wie kein zweiter Künstler seiner Generation reagiert Daniel Mauch (1477–1540) auf die tiefgreifenden Umbrüche der frühen Neuzeit. Mauch setzt als einer der ersten deutschen Bildhauer in seinem Werk Formen und Motive des neuen Stils der Renaissance um. Er gestaltet Altäre und Skulpturen, die zu den hervorragenden Stücken dieser Zeit zählen. Fast drei Jahrzehnte lang gehört Daniel Mauch zu den führenden Bildhauern der Reichsstadt Ulm. 1529, kurz vor der Einführung der Reformation, wandert er ins katholische Lüttich aus. Der Erfolg bleibt ihm in der Bischofsstadt bis zu seinem Tod 1540 treu.
Aus Lüttich kommt die „Madonna des Mönchs Berselius“, eine delikate Marienstatuette, die zu den schönsten Werken der deutschen Renaissance-Skulptur zählt. Sie entstand zwischen 1529 und 1535. Die auf ihrem Sockel angebrachte Inschrift rühmt Daniel Mauch als Erneuerer der Künste, der selbst dem antiken Bildhauer Myron an Begabung überlegen sei.
Nach „Hans Multscher“, 1997, und „Michel Erhart und Jörg Syrlin d. Ä.“, 2002, bildet „Daniel Mauch – Bildhauer im Zeitalter der Reformation“ den bedeutenden Schlusspunkt der viel beachteten Ausstellungsreihe des Ulmer Museum zu den Bildschnitzern der ehemaligen Reichsstadt.