| Künstler Ai Weiwei entwirft erstmals Bühnenbild |
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| Sonntag, 04. Oktober 2009 um 18:24 Uhr | ||
Bremen (dpa) - Der chinesische Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei hat erstmals für eine Theaterproduktion Bühnenbild und Kostüme entworfen. Er sei deshalb etwas nervös, sagte der Künstler kurz vor der Premiere der Doppeloper «Eine florentinische Tragödie/Der Zwerg» am Sonntagabend im Theater Bremen. Dort wurde eine Dokumentation über seine Arbeit eröffnet. Es war der erste öffentliche Auftritt des Künstlers nach einer Operation vor einigen Wochen in München. Die Schläge chinesischer Sicherheitsleute hatten bei ihm eine Gehirnblutung ausgelöst. Zu seinem Gesundheitszustand sagte Ai Weiwei in Bremen nur knapp: «Es geht mir gut.»
Für Alexander von Zemlinskys Einakter, die 1917 in Stuttgart und 1922 in Köln uraufgeführt worden waren, entwarf Ai Weiwei zwei Installationen: Ein Turm aus etwa 50 aufeinandergestapelten weißen Fahrrädern und eine Stäbekonstruktion, die während der Aufführung zur Musik abgestimmt bewegt werden kann. «Das sind keine Bühnenbilder im herkömmlichen Sinne, sondern Kunstwerke», sagte Ausstattungsleiterin Monika Gora, die für die Zusammenarbeit mehrmals zu dem 52-Jährigen nach Peking gereist war. Zur Bauprobe im Mai war der renommierte Künstler nach Bremen gekommen. Er zeichnete zudem die Kostümentwürfe, die in den Schneiderwerkstätten des Theaters Bremen umgesetzt wurden.
Der provokante Künstler, der das «Vogelnest» genannte Olympiastadion in Peking entworfen hat, zählt zu den Gründungsvätern der chinesischen Avantgarde und ist ein profilierter Kritiker des kommunistischen Systems. Gegen den Widerstand örtlicher Behörden bemüht sich Ai Weiwei seit der Erdbebenkatastrophe in Sichuan um Aufklärung darüber, wie viele Kindern in Schulen ums Leben gekommen sind, die nach Pfusch am Bau eingestürzt waren. Im August wurde der 52-Jährige von Sicherheitsleuten verprügelt. «Ich wäre beinahe gestorben», hatte er kurz nach seiner Operation in München gesagt. Dort wird der Künstler am 11. Oktober eine Ausstellung im Haus der Kunst eröffnen. |
























































