| Ausstellung „Erich Heckel. Der stille Expressionist. Aquarelle aus 60 Jahren“ |
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| Montag, 05. Oktober 2009 um 12:37 Uhr | ||
Lyonel-Feininger-Galerie, Quedlinburg. 4. Oktober 2009 – 10. Januar 2010 Eröffnung: 4. Oktober, 11 Uhr Pressekonferenz: 1. Oktober, 11 Uhr
„Förderverein und Galerie verstehen es immer wieder, bedeutende Ausstellungen nach Quedlinburg zu holen, die deutschlandweit Beachtung finden. Sie sind noch ein I-Tüpfelchen auf das reiche kulturelle Erbe, das Kulturtouristen in der ganzen Stadt vorfinden, und als Ausdruck der Moderne setzen sie einen Kontrapunkt zur mittelalterlichen Historie“, sagt Lotto-Repräsentant Dr. Hans-Georg Moldenhauer von der Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt, welche die Ausstellung großzügig fördert.
Die Ausstellung, die gemeinsam mit dem Brücke-Museum Berlin entwickelt wurde, rückt Heckels Aquarelle in den Mittelpunkt. Mit rund 80 Arbeiten, die aus der Schenkung Siddi Heckels nach dem Tod ihres Mannes an das Brücke-Museum stammen, lassen sich sämtliche Schaffensphasen Heckels genauer betrachten: Die starkfarbig leuchtenden Blätter der „Brücke-Zeit“ zeigen die jugendliche Aufbruchsstimmung des Expressionismus. In den 1920er-Jahren entwickelte Heckel mit seinen zarten, transparenten Blättern von der Ostseeküste einen fast romantischen Ausdruck, getragen von einem verinnerlichten Naturempfinden. Aus dieser Zeit stammen auch die zahlreichen Reisebilder und Stadtveduten, in denen Heckel seine Wahrnehmung der Landschaften und Städte aus ganz Europa festhielt. Auch im Spätwerk der Nachkriegszeit dominieren die Landschaften, die nicht nur die Topografie, sondern auch Licht und Atmosphäre wiedergeben.
Heckel schuf seine Aquarelle im Atelier. Dafür verwendete er meist die vor der Natur entstandenen Skizzen und führte dieselben Blätter farbig weiter aus. So sind seine Aquarelle einerseits Arbeiten, in denen der erste Eindruck des Erlebten noch lebendig ist. Für die „Brücke“ stand das Aquarell gleichwertig neben der Ölmalerei, weil die Künstler ihre spontane Empfindung rasch und ungefiltert ausdrücken konnten. Zugleich sind Heckels Aquarelle künstlerische Verdichtungen, in denen beispielsweise eine Landschaft in ihren Grundstrukturen ornamental umgeformt wiedergegeben wird und sich durch eine geistige Dimension und meditative Kraft auszeichnet. Die Ausstellung macht auch Heckels Arbeitsweise deutlich, Bildideen häufig zunächst als Aquarell zu erproben, bevor sie in Gemälden umgesetzt wurden, was einen bislang wenig beachteten Aspekt im Werk Heckels darstellt. Einige Ölbilder werden in Quedlinburg diesen künstlerischen Entstehungsprozess anschaulich machen.
Der Museumsleiter Dr. Björn Egging freut sich über das Zustandekommen der Ausstellung: „Quedlinburg eröffnet in gewisser Weise das Heckel-Jahr 2010. Die Freundschaft mit Heckel bedeutete Feininger viel. Und für ein monografisches Museum wie die Feininger-Galerie ist es notwendig, hin und wieder auch das geistige Umfeld des eigenen Künstlers zu erschließen. Da passt Erich Heckel sehr gut, da sich Feininger ja beispielsweise im Holzschnittwerk explizit an der „Brücke“ orientiert hat.“
Bereichert wird die Ausstellung durch eine Auswahl an Aquarellen Feiningers aus dem eigenen Bestand, der Sammlung Dr. Hermann Klumpp. Trotz künstlerischer Unterschiede soll in dieser Gegenüberstellung gezeigt werden, dass es bestimmte Gemeinsamkeiten in der Naturauffassung beider Künstler gab.
Im Anschluss an Quedlinburg wird die Ausstellung auch in der Städtischen Galerie Villingen-Schwenningen, im Landesmuseum Schloss Gottorf in Schleswig und der Kunsthalle Emden Station machen. Es erscheint ein Katalog im Hirmer-Verlag.
[Bildquelle: Haus vor der Förde, 1921 Aquarell über Wachskreide © Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen] |

























































Nachdem die Lyonel-Feininger-Galerie 2008 mit großem Erfolg das Spätwerk Ernst Ludwig Kirchners vorgestellt hat, soll dieses Jahr mit Erich Heckel (1883-1970), dessen Todestag sich 2010 zum 40. Mal jährt, ein weiterer bedeutender Maler aus dem künstlerischen Umfeld Lyonel Feiningers in einer umfangreichen Ausstellung gewürdigt werden. Feininger war dem Mitbegründer der Künstlergruppe „Brücke“ 1912 begegnet. Das Angebot der Gruppe, Mitglied zu werden, lehnte Feininger damals ab, aus den Kontakten mit Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel entwickelten sich aber lebenslange Freundschaften.