| Akademie erinnert mit Künstlernacht an 9. Oktober |
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| Dienstag, 06. Oktober 2009 um 11:02 Uhr | ||
Berlin (dpa) - Mit einer langen Künstlernacht erinnert die Berliner Akademie der Künste an diesem Freitag (9. Oktober) an die Montagsdemonstration vom 9. Oktober 1989 in Leipzig. Vor 20 Jahren gingen die Menschen dort auf die Straße, um für ihre Freiheit zu demonstrieren, ein Symbol für den friedlichen Wendeherbst 1989. «Wir treten aus unseren Rollen heraus...» ist das Künstlertreffen am historischen Datum des 9. Oktober überschrieben.
Zu den Mitwirkenden gehören die Schriftsteller Volker Braun, Ingo Schulze und Christoph Hein, Regisseur Thomas Langhoff, Schauspieler Martin Wuttke, Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase («Solo Sunny») und Verleger Christoph Links. Von 18.00 Uhr an bis weit nach Mitternacht werden die Akademie am Pariser Platz sowie das benachbarte Adlon- Palais bespielt, wie die Akademie ankündigte.
Künstler und Gäste kommen zu Gesprächen, Konzerten, Lesungen und Filmvorführungen zusammen. Diskutiert werden soll auch darüber, welche Rolle die Künste bei den gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen spielten, die am Ende zum friedlichen Aufstand führten. Der Titel des Abends «Wir treten aus unseren Rollen heraus...» zitiert die erste Zeile des Aufrufs, der vom 4. Oktober 1989 an nach jeder Vorstellung von Schauspielern des Dresdner Staatstheaters verlesen wurde. Darin hieß es unter anderem «Wir haben ein Recht auf Information. Wir haben ein Recht auf Widerspruch. Wir haben ein Recht, uns einzumischen.»
Laut Akademie-Präsident Klaus Staeck wurde die Künstlernacht bewusst auf den 9. Oktober gelegt. «Denn dieser Tag entschied 1989 darüber, wie es nach den Übergriffen von Polizei und Staatssicherheit zum 40. Jahrestag der DDR weitergehen würde ob es die chinesische Lösung gibt oder ob Partei- und Staatsfunktionären im Angesicht der Volksmassen der Schrecken in die Glieder fährt und sie einer friedlichen Umwälzung stattgeben müssten», betonte Staeck dazu am Dienstag.
«Wie wir heute wissen, war alles offen. Wir können von Glück sagen, dass der 9. Oktober nicht zu einem blutgetränkten Gedenktag wurde. Die Maueröffnung kam später. Ihr gingen Wochen voraus, in denen sich die Ostdeutschen bewusst wurden, dass sie nicht mehr einer Staatsmacht ausgeliefert sind, sondern selbst aktiv werden können. Am kommenden Freitag erinnern wir an die Ereignisse vor 20 Jahren, indem wir den Anteil der Künstler an dieser ,Revolution oder ,Revolte hier gehen die Meinungen auseinander in den Mittelpunkt stellen.»
Die Künstlernacht bildet zugleich Höhepunkt und Abschluss des Akademie-Schwerpunkts «Kunst und Revolte '89». Mit der Ausstellung «Übergangsgesellschaft. Porträts und Szenen 1980-1990» war das Programm im Juli dieses Jahres eröffnet worden. Bis heute wurden bei den Veranstaltungen und in der Ausstellung laut Akademie über 17 000 Besucher gezählt. Die Ausstellung endet am 11. Oktober. |
























































