| Bad Rothenfelde zeigt Lichtkunst im Kurpark |
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| Mittwoch, 07. Oktober 2009 um 11:20 Uhr | ||
Bad Rothenfelde (dpa/lni) - Nein, solch eine große Leinwand hängt in keinem Museum. 412 Meter Länge misst die große Saline - die früher der Salzgewinnung diente - in Bad Rothenfelde im Osnabrücker Land. Bis zum 10. Januar dienen sie und eine kleinere ihr gegenüber als Projektionsflächen für Lichtkunst - insgesamt sind das mehr als ein Kilometer Spielfläche für acht international bekannte Künstler. Der Titel der zweiten Projektionsbiennale Bad Rothenfelde nach 2007 lautet «lichtsicht».
Die Salinen selbst sind dabei alles andere als eine neutrale Leinwand. Die Bauwerke mit Wänden aus Schwarzdornzweigen, über die beständig Salzwasser rinne, seien für die Künstler eine besondere Herausforderung gewesen, erläutert der künstlerische Leiter, Manfred Schneckenburger. Die Projektion auf das dunkle feuchte Dornengestrüpp im nächtlichen Salznebelschleier bedeute eine «immense Ausweitung in künstlerische Aufbrüche und Freiheiten.»
Dennoch gab Schneckenburger, ehemaliger Leiter der Documenta in Kassel und früherer Rektor an der Kunstakademie Münster, ein Thema vor. Der Auftrag lautete, vom Salzkristall auszugehen und Prismen sowie andere geometrische Figuren an die Wand zu werfen. An diese Vorgabe hielt sich letztlich nur einer der Teilnehmer: Mischa Kuball, der als einer der bekanntesten Licht- und Medienkünstler in Deutschland gilt und dieses Fach in Karlsruhe lehrt. Über die schwarze Salinen-«Leinwand» tanzt nun eine von ihm erdachte Folge geometrischer Figuren aus Quadraten, Hexagonen und Rauten.
Die Hannoveraner Künstlerin Claudia Wissmann löste die Anforderung auf ganz eigene Weise. Sie bespielt die kleine Saline mit dem bewegten Bild einer Galeere, die mit der stürmischen See zu kämpfen scheint. «Es sieht so aus, als ob sie gegen die Seitenwand der Saline anrudert», erklärt sie ihre Idee. Zusammen mit dem Salzgeruch, der die Salinen umgebe, könne man fast meinen, Bad Rothenfelde sei ein Küstenort. «Deshalb habe ich die Arbeit auch "Bad Rothenfelde upon the sea" - Bad Rothenfelde am Meer - genannt», sagt Wissmann.
Der Kurort Bad Rothenfelde beherbergt nach Angaben der Gemeinde pro Jahr rund 560 000 Gäste. Aufgrund dieser Zahlen hält der in München lebende Künstler Ugo Dossi es für möglich, dass die Projektionskunstwerke in den kommenden drei Monaten auf bis zu 200 000 Zuschauer kommen. «Wahrscheinlich werden wir mehr Zuschauer als die Biennale in Venedig haben», schätzt Dossi. An diesem Samstag (10. Oktober) fällt der offizielle Startschuss für die von einem Unternehmer finanzierte Veranstaltung «lichtsicht». Die Projektionen sind jeden Abend im Kurpark nach Einbruch der Dunkelheit bis 23.00 Uhr zu sehen. |
























































