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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Retrospektive zeigt Moholy-Nagy als Visionär PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 07. Oktober 2009 um 14:00 Uhr

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Von Christian Rupp, dpa

 

Frankfurt/Main (dpa) - In einem Punkt sollte der große László Moholy-Nagy sich gründlich geirrt haben: Der Bauhaus-Künstler verabscheute die künstlerische Spezialisierung wie kaum ein anderer seiner Kollegen und hielt sie nicht für ein Zukunftsmodell. Wie sehr er selbst die Idee von der Gleichberechtigung aller Kunstgattungen lebte, dokumentiert jetzt - 90 Jahre nach der Gründung des Staatlichen Bauhauses - eine umfangreiche Retrospektive zu Moholy- Nagy in der Schirn Kunsthalle Frankfurt.   

 

Gezeigt werden von Donnerstag an bis zum 7. Februar rund 170 Arbeiten aus allen Schaffensphasen des 1895 im ungarischen Bácsborsód geborenen Künstlers: das Frühwerk aus den Berliner Jahren, bedeutende Arbeiten von 1923 bis 1928 am Bauhaus in Weimar und Dessau sowie das Spätwerk ab 1930 bis zu Moholy-Nagy Tod 1946 in Chicago.   

 

«Kaum ein anderer Künstler weist ein so breites Spektrum auf», meint Schirn-Direktor Max Hollein. Denn Malerei und Film, Fotografie und Skulptur, Bühnenbilder und Zeichnungen standen für den Künstler gleichwertig nebeneinander. Das will die umfangreiche Werkschau deutlich machen, die nach Angaben der Schirn seit 1991 in Kassel weltweit die erste umfassende Retrospektive ist. Die Foto-Arbeiten stellen einen kleinen Teil der Schau dar. Daneben zeigt die Kunsthalle Bilder aus Kreisen, Quadraten und Linien, Entwürfe zu Bühnenbildern, Schrifttypen, Reklame-Plakate und Skulpturen aus Kunststoffen oder Papier.   

 

Dass dabei das Licht immer wieder thematisiert wird, ist kein Zufall: «Das Licht war bei Moholy-Nagy gesellschaftlich gemeint und sollte uns erhellen», sagt Kuratorin Ingrid Pfeiffer. Der Mensch sollte sich durch das Betrachten der Werke verändern.   

 

Damit räumt die Ausstellung zugleich mit einem Vorurteil über das Bauhaus und den Stil der 1920er Jahre auf, wonach dessen Kunst als technisch und kühl charakterisiert wird. «Moholy-Nagy war kein kalter Technokrat», sagt Pfeiffer, «er wollte die Sensibilität der Menschen schärfen». Und Hollein meint, «er hat ein Gesamtwerk geschaffen für eine bessere und schönere Welt».



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