| 20 Jahre Dresdner Sezession 89 - Botschafterin der Kunst |
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| Donnerstag, 08. Oktober 2009 um 10:50 Uhr | ||
Von Richard Schmieder, dpa
Dresden (dpa) - Der Kunst und durch sie verbunden sind sie schon länger, aber erst das Ende der DDR ermöglichte den Zusammenschluss zur Dresdner Sezession 89. Sachsens erste Künstlerinnenvereinigung verweist im Namen zwar auf historische Vorbilder, hat jedoch ein durchweg emanzipatorisches Ziel: die Unterrepräsentation von Frauen auch in der Kunst zu beseitigen. In dem bundesweit einzigen so lange bestehenden Verein arbeiten professionell tätige Künstlerinnen seit 20 Jahren ununterbrochen miteinander. «Es ist wichtig, dass wir weitermachen, um unsere Position behaupten zu können», sagt die Initiatorin und Mitbegründerin Angela Hampel.
Die Dresdner Sezession 89 hat ihre Wurzeln in Ateliertreffs seit 1987 und wurde im Dezember 1989 von 21 Künstlerinnen und zwei Kunstwissenschaftlerinnen gegründet. Ihre Etablierung sei notwendig gewesen, um als künstlerisch tätige Frauen stärker in der Männerwelt auftreten zu können. Daran habe sich bis heute wenig geändert, sagt die Malerin und Grafikerin Hampel. «In der Fachwelt herrscht nach wie vor Unverständnis gegenüber der weiblichen Sicht auf die Welt», stimmt Galeristin Karin Weber zu. Es gebe Vorurteile gegenüber der geistig-schöpferischen Leistung von Frauen, Nachteile bei der Förderung ihrer Ausstellungsprojekte und bei Preisen oder Professuren hätten sie nur Alibifunktion.
Schon früher schlossen sich Künstler mit bestimmtem Hintergrund - wie der bewussten Abspaltung - zu Gruppen zusammen. Die Wiege einer der berühmtesten Vereinigungen, der 1905 gegründeten «Brücke», stand sogar in Dresden. Für sie stehen Namen wie Otto Dix, Conrad Felixmüller oder Oskar Kokoschka. Auch die erste Dresdner Sezession 1919 und die Neue Dresdner Sezession 1932 wurde von Männern dominiert. «Leider existierten sie nicht sehr lange, so dass es nur wenig Erfahrungen für gemeinsames Wirken über die künstlerische Tätigkeit hinaus gibt», sagt Hampel.
Die weibliche Sezession 89, der Bildhauerinnen, Malerinnen, Grafikerinnen, Installations- und Objektkünstlerinnen aus Dresden angehören, machten anfangs mit Gemeinschaftsaktionen auf ihre Anliegen aufmerksam: mit Greenpeace auf der Elbe, Körperbemalungen, dem Wasserweg-Kunstprojekt «Mnemosyne» oder Kunst an Elbe und Rhein. Projekte und Ausstellungen entstanden in «weiblicher Wahrnehmungsweise aus weiblichen Identitätsgefühl heraus», wie Hampel beschreibt.
Dafür nutzt die Gemeinschaft ihr künstlerisches Potenzial der verschiedenen Handschriften, von denen einige preisgekrönt sind. So erhielten Thea Richter für ihre Plastiken und Grafiken den Gabriele- Münter-Preis und die auch bergsteigende Hampel den Marianne-von- Werefkin-Preis. Überregionale Gemeinschaftsausstellungen und Grafik- Editionen machten die Frauen auch außerhalb Dresdens bekannt. Dabei suchen sie den geistigen Austausch mit Gleich- und Andersgesinnten, auch mit männlichen Kollegen und Künstlern in Osteuropa, fördern Entdeckungen in der ältesten und jüngsten Künstlerinnengeneration und betreiben eine Galerie im Dresdner Szeneviertel Neustadt.
Deren Einnahmen dienen dazu, das Schaffen von Künstlerinnen durch Ausstellungen, Arbeitsprojekte und Kataloge zu fördern. Derzeit sind Arbeiten der Mitglieder im Kulturrathaus zu sehen. In ihre Galerie haben sie die Künstlerinnengruppe Saar eingeladen, mit der sie seit Anfang der 1990er Jahre in Kontakt stehen.
«Wir sind keine militante Feministengruppierung», sagt Galeristin Weber. Die Sezession wolle vielmehr ein Podium für Künstlerinnen aus dem In- und Ausland bieten. «Wir möchten mit dem, was wir in Kunst und Gesellschaft bislang einbringen, künftig mehr Geltung erlangen», sagt Hampel. Unterstützung dafür komme auch von Männern, sagt die Kunstwissenschaftlerin Weber. Die Dresdner Sezession 89 habe das Augenmerk auf im Freistaat arbeitende Künstlerinnen gelegt. Sie sei aber auch eine Botschafterin der Kunst über Sachsen hinaus. |
























































