| Historische Frankfurter Kirchenfenster restauriert |
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| Dienstag, 13. Oktober 2009 um 13:26 Uhr | ||
Von Steffi Prutean, dpa
Frankfurt (Oder) (dpa/bb) - Die drei Bleiglasfenster in der Frankfurter St. Marienkirche erstrahlen bald in kompletter Schönheit. In diesen Tagen baut Restauratorin Sandra Meinung die sechs bisher fehlenden Scheiben ein. Bei einem Festakt an diesem Samstag um 10.00 Uhr sind die drei hohen Fenster dann erstmals seit 1941 wieder vollständig zu sehen - insgesamt 117 farbenfrohe Fensterscheiben. Oberbürgermeister Martin Patzelt (CDU) möchte mit dem Festakt allen danken, die sich für Wiederkehr, Restaurierung und Einbau des kunsthistorisch einzigartigen «Schatzes» engagiert haben.
Die mittelalterlichen Fenster waren im Zweiten Weltkrieg ausgebaut worden. Über Umwege gelangten sie als sogenannte Beutekunst in die Sowjetunion und waren verschollen. Anfang der 1990-er Jahre tauchten sie in Russland wieder auf. Die Stadt bemühte sich um Rückführung der sogenannten gläsernen Bilderbibel. Im Sommer 2002 trafen die Scheiben bis auf das fehlende «Six-Pack» ein. Ein Restauratorenteam stellte die einstige Schönheit von Christus-, Schöpfungs- und Antichristfenster wieder her. Die Sanierung kostete mehr als eine Million Euro.
Als die sechs fehlenden Scheiben Ende 2008 eintrafen, stellte Sandra Meinung sie in der «Gläsernen Werkstatt» wieder her. Seit deren Eröffnung Ende 2007 kamen knapp 10 000 Gäste zu Führungen oder um der Restauratorin über die Schulter zu sehen. Nun wird Meinung die Werkstatt am Tag vor dem Festakt schließen und die Stadt verlassen. «Mit einem lachenden und einem weinenden Auge», wie sie sagt. Sie sei dankbar, dass sie an der Restaurierung des einzigartigen Kirchenschatzes mitwirken konnte. «Das war ein tolles Projekt», schwärmt die 38-Jährige.
Dennoch habe ihr der Umgang mit den Fenstern, dem «Herzstück» der Marienkirche, so manche schlaflose Nacht bereitet. Vieles fand Meinung verbesserungswürdig, manches ging ihr nicht schnell genug. So hätte sie sich mehr Service für Gäste und mehr Reklame für die Kirche gewünscht. Der Oberbürgermeister nennt Meinungs Weggang einen «Verlust». Patzelt weiß, dass die Fenster mehr Werbung brauchen und dass es kein Konzept für die künftige Nutzung der Werkstatt gibt. «Nur allein wegen der Fenster kommen die Leute nicht», sagt er. Er denke an kompakte Angebote für Touristen, die in der Region dann vielleicht auch Kloster Neuzelle oder Schloss Neuhardenberg besichtigen.
Brandenburgs Landeskonservator Detlef Karg weiß nicht, wie es um Werkstatt und Nachsorge der Fenster bestellt ist. «Uns liegt keine Reaktion aus der Stadt vor», sagt er. Das Landesamt für Denkmalpflege könne nicht mehr als Hilfe oder Kontakte anbieten. «Die Stadt steht in der Pflicht.» Sie will indes die Fenster als UNESCO-Weltkulturerbe einstufen lassen und bereitet einen Antrag an die Kultusministerkonferenz (KMK) vor.
Dabei solle es nicht nur um die Fenster, sondern auch um deren Geschichte gehen, betont Patzelt. «Interessant ist, wie ein Stück Kultur über den Krieg hinweg behütet wurde und an den eigentlichen Ort zurückkam.» Der Landeskonservator sieht aber kaum Chancen für eine solche Einstufung. «Es gibt in Deutschland bedeutendere Objekte», ist er sich sicher. Die KMK verweist auf eine lange Warteliste. «Wir haben mehr Bewerber als Projekte, die wir melden können», erläutert ein Sprecher. Eine Kommission wähle aus, welche Vorschläge zur Entscheidung nach Paris gemeldet werden. «Deutschland kann maximal zwei Vorschläge pro Jahr einreichen.» Tags: f
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