| Philosophen-«Gipfeltreffen» in Weimar |
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| Donnerstag, 15. Oktober 2009 um 16:38 Uhr | ||
Das Kolleg gehört zur Klassik Stiftung Weimar, die den umfangreichen Nachlass des Philosophen und Dichters Friedrich Nietzsche (1844-1900) verwahrt. Er war nach Jahren geistiger Umnachtung in Weimar gestorben. Sein ehemaliges Wohnhaus, heute Nietzsche-Archiv, ist Sitz des Kollegs. Es versteht sich als Forum für eine kritische Gegenwartsreflexion und Zukunftserkundung mit Wissenschaftlern verschiedener theoretischer Strömungen und Nationen.
«Vom Denken der Welt» ist die zentrale Forumsreihe überschrieben. Leiter Schmidt-Grépály will den Disput künftig auch mit Philosophen und Gelehrten anderer großer Weltkulturen und Religionen führen.
Die Gründung des Kollegs zehn Jahre nach der Wiedervereinigung war auch eine Art Wiedergutmachung an den umstrittenen Philosophen. Nach dem Versuch der Nationalsozialisten, Nietzsche zu ihrem Philosophen zu machen, war er in der DDR weitgehend tabu. |

























































Weimar (dpa) - Mit einem «Gipfeltreffen» namhafter Philosophen feiert das Kolleg Friedrich Nietzsche Weimar seit Donnerstag sein zehnjähriges Bestehen. Bis Samstag werden Peter Sloterdijk, Bazon Brock, Julian Nida-Rümelin, Klaus Theleweit, Ernst Tugendhat, Gianni Vattimo und Ulrich Raulff über «Anmerkungen zur geistigen Situation unserer Zeit» diskutieren. Sie wollen laut Kolleg-Leiter Rüdiger Schmidt-Grépály auch zu den Weimarern in Kneipen und Galerien gehen. «Weimar denkt» laute das Motto dieser «philosophischen Provokationen», zu denen auch Performances gehörten. Die Wissenschaftler fühlten sich Nietzsches Traum nach einem «Ort der freien Geister» verbunden. Fast alle waren seit Kolleg-Gründung im Kulturstadtjahr Weimar 1999 dort Gastphilosophen.