| Investor will doch ins Gängeviertel - Rate bezahlt |
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| Dienstag, 20. Oktober 2009 um 16:49 Uhr | ||
Hamburg (dpa) - Das von Künstlern besetzte historische Hamburger Gängeviertel wird nun wahrscheinlich doch weitgehend abgerissen und neu bebaut. Der holländische Investor Hanzevest hat eine fällige Rate am Dienstag überraschend doch noch gezahlt - nachdem er eine erste Frist hatte verstreichen lassen. Der Investor habe damit «signalisiert, dass er an seinen Entwicklungsplänen für das Gängeviertel festhalten und den Vertrag auch weiterhin erfüllen will», erklärte die Kulturbehörde.
Kultursenatorin Karin von Welck (parteilos) betonte, man sei weiter im Gespräch mit beiden Seiten. Schließlich werde aber der neue Eigentümer entscheiden, was mit dem Gängeviertel passiere und ob die Künstler dort bleiben könnten. «Wir können reden, aber es gibt letztlich keine Handhabe mehr», betonte die Senatorin.
«Jetzt zeigt sich, wie sehr sich die Stadt beim Umgang mit zentralen städtischen Flächen abhängig vom Umgang mit Investoren gemacht hat», kritisierte der SPD-Abgeordnete Andy Grote. Das Gängeviertel - als letztes Zeugnis der beengten Arme-Leute-Quartiere in Hamburg - hätte in städtischer Regie saniert werden müssen. «Wenn das Gängeviertel jetzt schlicht geräumt und das Projekt durchgedrückt würde, werden sich viele zu Recht fragen, wofür Hamburg eine grüne Stadtentwicklungssenatorin braucht», erklärte Grote. Gleichzeitig forderte er den Senat auf, alles zu versuchen, um hier doch noch zu einer Lösung im Interesse der Stadt zu kommen.
Ende August hatten fast 200 Künstler ein Dutzend der leerstehenden Häuser im Gängeviertel in der Hamburger Innenstadt besetzt. Prominente Hamburger wie der Maler Daniel Richter und der Regisseur Fatih Akin machen sich für den Erhalt des Viertels stark, aus dem der neue Eigentümer ein Szene-Quartier mit Büros, Geschäften, Cafes und hochpreisigen Wohnungen machen will. Wenn der Investor seine Planungen umsetze, werde nicht mehr viel vom Gängeviertel übrig bleiben, meinte ein Sprecher der Künstler-Initiative. Tags: g
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