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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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«Die Verwirklichung des Heiligen» - Realismus und religiöse Kunst PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 20. Oktober 2009 um 17:55 Uhr

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Von Anna Tomforde, dpa

 

London (dpa) - Die enge Verbindung zwischen der Bildhauerei und der Malerei im Spanien des 17. Jahrhunderts wird in einer bahnbrechenden Ausstellung in der National Gallery in London beleuchtet. Darin will der junge Kurator Xavier Bray den Nachweis erbringen, dass die Bildhauerei keineswegs das Stiefkind der religiösen Kunst im spanischen Goldenen Zeitalter war, sondern dass durch enge Zusammenarbeit zwischen Bildhauer und Maler sogar eine neue Kunstform entstand, die von atemberaubendem Realismus geprägt war.    Mit der Show «The Sacred Made Real» (Die Verwirklichung des Heiligen) strebt Bray nicht weniger als eine grundlegende Neubewertung der religiösen spanischen Kunst dieser Periode an. Seine Ausstellung ist vom 21. Oktober bis zum 24. Januar 2010 in der National Gallery zu sehen.    

 

Allgemein sei angenommen worden, dass der italienische Barockmaler Caravaggio einen maßgeblichen Einfluss auf die spanische Malerei und Skulptur zwischen 1600 und 1700 gehabt habe, erklärt Bray. «Aber Tatsache ist, dass dieser neue realistische Stil durch die direkte Zusammenarbeit zwischen Maler und Bildhauer erzielt wurde», sagt er. Bray, Experte für italienische und spanische Kunst aus dem 17. und 18. Jahrhundert ist der Ansicht, dass dieser wichtige Aspekt durch die «Unterbewertung» der Bildhauerei traditionell vernachlässigt worden ist. «Die religiöse Kunst im Spanien des 17. Jahrhunderts strebte mit kompromisslosem Eifer und schöpferischem Geist nach Realismus.»    

 

Realismus und religiöse Kunst

 

Durch die Gegenüberstellung von 16 polychromen Skulpturen mit 16 Gemälden will die Ausstellung demonstrieren, dass der teilweise «hyperrealistische» Ansatz von Malern wie Velásquez und Zurbarán auf ihre Vertrautheit - und in manchen Fällen sogar auf ihre direkte Verbindung - mit der Bildhauerei verweist. Als Paradebeispiel gilt für Bray das Gemälde «Kreuzigung» von Zurbarán, das als eine der wichtigsten Leihgaben der Ausstellung gilt. Bei der Gegenüberstellung des Gemäldes mit Juan Martinez Montanes' polychromer Skulptur aus der Klosterkirche von Santo Angel in Sevilla ergibt sich laut Bray ein «natürlicher intensiver Dialog zwischen den beiden Kunstformen.»    

 

Durch stark verdunkelte Räume und eine effektive Nutzung von Raum und Licht erhalten die Skulpturen einen dramatischen, fast theatralischen Effekt. Die realistische Darstellung der Leiden Christi könne, so Bray, durchaus dem Vergleich mit der Filminszenierung von Mel Gibson standhalten. Die wahrheitsgetreuen Gesichtstöne der Skulpturen, ihre Glasaugen, Blutspuren und aufgemalten Tränen fesseln den Besucher. Eine lebensgroße Darstellung der Maria Magdalena von Pedro de Mena aus dem Jahre 1664 besticht durch ihren realistischen Leidensausdruck. Ihre aus gebogenen Weidenzweigen angefertigte Langhaarfrisur ist braun bemalt.   

 

Es bedurfte laut Bray langwierigen und zähen Verhandlungen mit den Behörden und Kirchen in Spanien, die noch in «aktiven Diensten» stehenden, lebensgroßen Skulpturen zur Ausleihe und zum Transport freizugeben. Sie waren noch nie zuvor außerhalb Spaniens zu sehen. Schließlich habe das Argument überzeugt, dass durch die Ausstellung der Stücke in London auch der Glaube Verbreitung fände, meinte Bray.



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