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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Chinesische Architekturmodelle in der Pinakothek der Moderne PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 22. Oktober 2009 um 05:16 Uhr

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München (dpa) - Der «Turm der Barmherzigen Wolken», der «Palast der Ewigen Freude» und das «Erhabene Glück-Kloster» sind auch für das Laienauge sofort als Beispiele für chinesische Architektur erkennbar. Charakteristisches Merkmal sind die geschwungenen Walmdächer mit ausladenden Dachtraufen. Während sich in Europa die verschiedenen Architekturepochen deutlich voneinander unterscheiden, hat sich in China eine Bauform über etwa drei Jahrtausende hinweg behaupten können. Das zeigt seit Mittwoch die Ausstellung «Die Kunst der Holzkonstruktion - Chinesische Architekturmodelle» in der Münchner Pinakotek der Moderne. Bis zum 24. Januar 2010 sind dort 17 repräsentative Modelle von historisch bedeutsamen Bauten zu sehen.   

 

Die maßstabsgerechten Modelle, die sich im Besitz der Chinesischen Akademie für kulturelles Erbe befinden, werden zum ersten Mal außerhalb Chinas gezeigt. Ziel der Ausstellung sei es, den Besuchern die Holzkonstruktionen der im Modell gezeigten Bauten näher zu bringen, sagte der Direktor des Architekturmuseums, Winfried Nerdinger, am Mittwoch. «Wer die Architektur nicht nur bewundert, sondern sie auch versteht, kann sie in ganz anderer Weise sehen.»    

 

Wie Nerdinger darlegte, bringt die kleinteilige Konstruktion der Dächer zahlreiche Vorteile. So sei die Herstellung der kurzen Holzteile sehr ökonomisch gewesen. «Während in Europa aus einem Baum nur ein langer Sparren gefertigt worden ist, sind in China zahlreiche Holzteile daraus entstanden», sagte Nerdinger. Diese Teile hätten zudem nahezu seriell hergestellt werden können.    

 

Zudem seien die Dachkonstruktionen erstaunlich erdbebensicher gewesen. Da die Holzteile horizontal ineinander gesteckt wurden, hätten sie die Stöße gut aufnehmen können, erklärte Nerdinger: «Während die Wände der Gebäude den Erdbeben oftmals zum Opfer fielen, blieb das Skelett meist stehen». Die starren westlichen Konstruktionen, die im vergangenen Jahrhundert in China Einzug hielten, seien dagegen bei Beben meist sofort zusammengebrochen. Auch die Dächer seien für das Klima sehr geeignet: Aufgrund ihres enormen Gewichts seien sie nur sehr selten abgedeckt worden.    

 

Mit der Erforschung der chinesischen Holzbauweise und der Anfertigung der Modelle habe man erst im 20. Jahrhundert begonnen, sagte Nerdinger. Die meisten der ausgestellten Modelle sind in den 50er Jahren entstanden. »Für europäische Maßstäbe sind sie äußerst akkurat und präzise», betonte der Museumsdirektor. Falls eine Rekonstruktion der historischen Bauten erforderlich sein sollte, würden die Modelle eine große Hilfe darstellen.



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