| Die Fantasie-Welten des Edward Burne-Jones |
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| Donnerstag, 22. Oktober 2009 um 17:41 Uhr | ||
Von Roland Böhm, dpa
Stuttgart (dpa) - Edward Burne-Jones? Dieser Name ist wohl eher ein Fall für eingefleischte Museumsgänger. Viktorianischer Maler? Auch da geht wohl nicht vielen ein Licht auf. Nachhilfe gibt es von diesem Samstag an bis zum 7. Februar in der Stuttgarter Staatsgalerie. Die Ausstellung «Das Irdische Paradies» mit 160 Werken von Edward Burne-Jones sei die «längst überfälligen Würdigung» eines großartigen und vielseitigen Künstlers, betont Direktor Sean Rainbird. Gezeigt werden Gemälde und Zeichnungen aber auch Glasfenster und Tapisserien (Bildteppiche), die Burne-Jones in Rainbirds Heimat Großbritannien zu einem der populärsten Künstler des 19. Jahrhunderts gemacht hätten.
Ein Betrachter der Werke in der Alten Staatsgalerie fühlt sich ein bisschen in Fantasie-Welten à la «Herr der Ringe» oder «Harry Potter» entführt. Mythen, Legenden und Sagen werden auf Bildern und Wandteppichen lebendig. Bildfolgen zu Dornröschen, Perseus oder König Artus und den Rittern der Tafelrunde waren meist Teil umfassender Raumausstattungen, die in Stuttgart nachgestellt werden. Die Ausstellung wird anschließend auch im Kunstmuseum Bern gezeigt.
Ein Highlight der Ausstellung ist sicher die vollständige Tapisserienfolge zum Heiligen Gral aus Birmingham, der Geburtsstadt des Künstlers. Das Glasfenster «Der gute Hirte zwischen Samuel und Timoteus» stammt aus dem Badischen Landesmuseum in Karlsruhe. Als Leihgabe kam auch das monumentale, unvollendet hinterlasse Vermächtnisgemälde «Der Schlaf des König Artus in Avalon» aus dem Museo de Arte de Ponce in Puerto Rico nach Stuttgart. Vom schlafenden Artus werden die Besucher in der Ausstellung begrüßt. Burne-Jones habe sich so sehr mit dem von jugendlich-schönen Königinnen betrauerten Keltenkönig identifiziert, dass er selbst im Schlaf dessen Haltung eingenommen habe, hieß es. |

























































Die Ausstellung ist ein Premiere: Erstmals werde der hierzulande eher unbekannte Edward Burne-Jones (1833-1898) mit einer großen Retrospektive auf dem Kontinent angemessen gewürdigt, sagt Rainbird. Auf der Insel sei er quasi allgegenwärtig. Seine Glasfenster und Raumdekorationen schmückten zahlreiche Kirchen, öffentliche Gebäude und Privathäuser. Burne-Jones sei in Großbritannien in nahezu allen öffentlichen Kunstsammlungen vertreten. Als die Staatsgalerie 1971 mit dem Perseus-Zyklus als erstes Museum auf dem Kontinent eins der Hauptwerke von Burne-Jones erworben habe, sei Stuttgart damit zum «Vorposten der viktorianischen Kunst» geworden, betont Kurator Christofer Conrad.