| Lenin auf Stippvisite in Köln |
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| Donnerstag, 22. Oktober 2009 um 17:46 Uhr | ||
Köln (dpa/lnw) - Besuch aus Sowjetzeiten: Eine Skulptur Lenins hat am Donnerstag für wenige Stunden vor dem Kölner Dom haltgemacht. «Warum stürzen wir Denkmäler?», fragte Künstler Rudolf Herz. Mit seiner Aktion wolle er die Diskussion zur Erinnerungskultur fördern. Mit leuchtend orangenen Spanngurten ist die Steinbüste des Revolutionsführers gemeinsam mit zwei namenlosen Genossen auf einem Lastwagen festgezurrt. Die Aktion ist Teil der Fotoausstellung «Lenin on Tour» im Kölner Museum Ludwig (bis 31. Januar 2010).
Herz war mit den drei steinernen Genossen bereits 2004 vier Wochen lang in Mitteleuropa auf Tour. Lenin auf dem Münchner Oktoberfest, vor Duisburger Industriekulisse oder vor dem Petersdom im Vatikan - Fotos dokumentieren die Reisestationen. «Ich suche nach Bildern, nach dem Leben im globalisierten Kapitalismus, frage nach Erinnerungen», sagte der Münchner Künstler. Bereits vor seiner Abfahrt hatte Herz Bilder mit den ausrangierten Granitbüsten im Kopf, genau so wichtig sei ihm aber auch das Reden. Mit Lenin und Co. im Nacken sprach er auf seiner Tour mit Philosophen, Historikern, Politikern und Passanten. Ein Filmteam begleitete die Reise.
Lenin ist eine Leihgabe. Ein schwäbischer Steinmetz hatte die Büste 1991 in Dresden entfernt. Danach war Lenins Platz zwischen Grabsteinen und Madonnen in der Provinz an der Donau. Hierhin wird Lenin auch nach seinem Kölner Ausflug wieder zurückkehren. «Wohin gehört Lenin?», Künstler Herz stellt diese Frage, er selbst hat darauf keine Antwort. Ein ehemaliger DDR-Häftlinge habe versucht die Tour mit den Sowjetdenkmälern zu verhindern, in Zürich wurde Lenins Büste mit Farbbeuteln beworfen. Überwogen habe aber das Interesse an der Aktion und in Dresden habe Herz gar eine «merkwürdige Nostalgie» wahrgenommen. |
























































