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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Die Kunst der Holzkonstruktion | Chinesische Architekturmodelle PDF Drucken E-Mail
Samstag, 24. Oktober 2009 um 07:46 Uhr

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Eröffnung: 21.10.2009, 19.00
Ausstellungsdauer: 22.10.- 24.01.2010

 


Wollte man China mit einem einzigen Architekturbild assoziieren, könnte man einen fast beliebigen Tempel des Landes mit auskragendem Walmdach und an den Ecken leicht nach oben schwingenden Traufen auswählen. Jeder Betrachter würde den Zusammenhang sofort verstehen, denn keine andere Bauform ist derartig repräsentativ über Jahrtausende hinweg mit einem Land verknüpft. Dass die charakteristische Dachform jedoch eine komplizierte Holzkonstruktion direkt abbildet, ist vielfach unbekannt. Sowohl europäische Architekturhistoriker als auch die zahlreichen China-Reisenden, die staunend vor den noch erhaltenen, atemberaubenden Tempelbauten stehen, verstehen zumeist die kunstvolle Bauweise nicht.   

 

Die Konstruktion der chinesischen Traufendächer wurde erst im 20. Jahrhundert wissenschaftlich erforscht. Dabei spielten Modelle, an denen das komplizierte System ineinander gesteckter Bauteile studiert werden kann, eine besondere Rolle. Diese maßstabsgerecht und äußerst exakt erstellten Arbeiten dienen darüber hinaus der Dokumentation und Denkmalpflege, denn auf ihrer Grundlage können Erneuerungen und Rekonstruktionen durchgeführt werden.

 

In der Chinese Academy of Cultural Heritage in Peking befindet sich heute die größte Modellsammlung von bedeutenden historischen Bauten Chinas. Für die Ausstellung in München, die in Kooperation mit der Akademie entstand, wurden 17 repräsentative Modelle ausgewählt. Diese künstlerisch wie historisch äußerst wertvollen Arbeiten aus den 1950er-Jahren, größtenteils im Maßstab 1:20, sind wie die Originalbauten aus chinesischem Nanholz gefertigt. Die Einzigartigkeit beruht zum einen auf einer schier unglaublichen handwerklichen Präzision, denn jedes noch so kleine Element ist mit größter Liebe zum Detail genau nachgebildet, zum anderen wird darüber auch die komplizierte Konstruktion ablesbar und somit auch verständlich.

 

Gezeigt werden Tempelbauten vom 8. bis zum 15. Jahrhundert, darunter die Modelle der ältesten in China existierenden Holzkonstruktionen wie der Nanchan-Tempel (Tang-Dynastie, 782 n.Chr., Wutai, Provinz Shanxi), der Foguang-Tempel (Tang-Dynastie, 857 n.Chr., Wutai, Provinz Shanxi) oder der Guanyin-Turm des Dule- Klosters (Liao-Dynastie, 984 n.Chr., Tanjin, Provinz Jixian). Einen Höhepunkt der Ausstellung bilden die Modelle der 300 m langen, aus vier Tempeln bestehenden Anlage des Yongle-Palasts in Ruicheng (Yuan-Dynastie, 1271–1368, Provinz Shanxi) sowie das fünf Meter lange Modell des 270 Hektar großen Himmeltempels (Ming- und QingDynastie, seit 1420, Peking), eine der berühmtesten Architekturen der Welt. Mehrere der gezeigten Bauten stehen auf der Liste des UNESCOWeltkulturerbes.

 

Die einzigartige Sammlung der Chinese Academy of Cultural Heritage in Peking wird im Architekturmuseum der TU München zum ersten Mal außerhalb Chinas gezeigt. Zusammen mit Fotografien, Bauaufnahmen und ausführlichen Erläuterungen vermitteln die Modelle einen faszinierenden Einblick in Schönheit und Technik der Holzkonstruktion sowie in die Jahrtausende alte Tradition chinesischer Architektur, deren Bedeutung erst der wirklich würdigen kann, dem die Konstruktion einsichtig geworden ist.

 

Die Modelle sind im Übrigen nicht nur von historischem Interesse, sie inspirierten den chinesischen Künstler Ai Weiwei nach eigener Aussage für einige seiner Arbeiten. Eine Ausstellung über Ai Weiwei ist zurzeit im Haus der Kunst in München zu sehen.

 

Architekturmuseum der TU München | Pinakothek der Moderne Barerstr. 40 | 80333 München



Tags: modelle  m  
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