| Bundesregierung plant Magnus-Hirschfeld-Stiftung |
|
|
|
| Sonntag, 25. Oktober 2009 um 11:36 Uhr | ||
Berlin (dpa) - Die neue Bundesregierung will jetzt einen früheren Parlamentsbeschluss zur Errichtung einer Magnus-Hirschfeld-Stiftung «gegen Diskriminierung homosexueller Männer und Frauen» umsetzen. Eine entsprechende Willensbekundung ist im Koalitionsvertrag von Union und FDP enthalten. Darin heißt es: «Wir werden den Beschluss des Bundestages aus dem Jahr 2000 umsetzen und im Sinne eines kollektiven Ausgleichs für homosexuelle NS-Opfer eine Magnus- Hirschfeld-Stiftung errichten. Sie soll durch interdisziplinäre Forschung und Bildung der Diskriminierung homosexueller Männer und Frauen entgegenwirken.»
Die Stiftung mit Sitz in Berlin soll nach dem Berliner Arzt und Sexualwissenschaftler Dr. Magnus Hirschfeld (1868-1935) benannt werden, der neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit auch als Streiter für die Rechte der Homosexuellen hervorgetreten ist. Der selbst homosexuelle Arzt gilt als Mitbegründer der ersten Homosexuellen-Bewegung in Deutschland und wird auch als «Großvater der Schwulenbewegung» bezeichnet. Von den Nationalsozialisten verfolgt - sein Institut für Sexualwissenschaft wurde 1933 geplündert und zerstört - starb Hirschfeld 1935 in der Emigration im französischen Nizza.
Nach dem Krieg gründeten sich verschiedene Initiativen in der Bundesrepublik wie das Magnus-Hirschfeld-Centrum in Hamburg. Im bundesweiten Aktionsbündnis «Magnus-Hirschfeld-Stiftung» haben sich lesbisch-schwule Archive und Forschungsgruppen zusammengeschlossen, die von der Bundesregierung seit Jahren die Errichtung und Finanzierung einer Hirschfeld-Stiftung fordern. Die Initiatoren betonen, Hirschfeld habe sich als langjähriger Vorsitzender der weltweit ersten Vereinigung für die Rechte der Homosexuellen «in Wort und Tat gegen Vorurteile sowie gegen Diskriminierung und Verfolgung eingesetzt». Sein Einfluss habe weit über die Grenzen Deutschlands gereicht. Der Berliner Regisseur Rosa von Praunheim drehte 1999 einen Spielfilm über Hirschfeld mit dem Titel «Der Einstein des Sex». |
























































