| Neumann kämpferisch: «Kultur kommt nicht unter die Räder» |
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| Sonntag, 25. Oktober 2009 um 16:37 Uhr | ||
Berlin (dpa) - Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) will sich angesichts knapper Kassen mit seinem Erfahrungsschatz und «Kämpferherz» voll für die Kultur einsetzen. Er sehe sich in seiner zweiten Amtszeit herausgefordert, auch in Zeiten härter werdender Verteilungskämpfe dafür zu sorgen, «dass die Kultur nicht unter die Räder kommt», sagte Neumann in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Einer der wichtigsten Erfolge der Kulturpolitik bei den Koalitionsverhandlungen sei das Bekenntnis der neuen Bundesregierung, die Kulturausgaben auch in der Finanz- und Wirtschaftskrise keinesfalls zu kürzen, sagte Neumann, den Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Samstag für eine zweite Amtszeit als Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien berufen hatte.
So müsse der Filmstandort Deutschland gesichert werden, betonte Neumann. Dazu gehöre die Fortsetzung des Deutschen Filmförderfonds, aber auch die flächendeckende Digitalisierung der Kinos und Änderungen bei der Filmförderung angesichts der Klagen von Kinobetreibern gegen die bestehenden Regelungen. «Das alles kostet Geld, genauso wie die Sicherung unseres Filmerbes und des kostbaren schriftlichen Kulturgutes in unseren Archiven.»
Das größte Bauvorhaben sei sicherlich der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses als Humboldtforum. «Da gibt es jetzt eine klare Aussage im Koalitionsvertrag, dass wir daran festhalten und da wird auch nichts verschoben.»
Neumann strebt keinen anderen Ressortzuschnitt in seinem Amtsbereich oder die Bildung eines eigenen Ministeriums an. «Ich habe mich bisher überhaupt nicht behindert gefühlt. Ich sitze mit am Kabinettstisch und es ist doch ein Privileg, im Interesse der Kultur mit kurzen Wegen im Kanzleramt zu arbeiten.»
Auf die Frage, ob er mit 67 Jahren nicht daran gedacht habe, aus dem Amt zu scheiden, sagte Neumann: «Nein, mir macht die Arbeit sehr viel Spaß, außerdem wären dann alle diejenigen, die für eine zweite Amtszeit von mir eintraten, von den Filmschaffenden über den Kulturrat bis zum Verband bildender Künstler enttäuscht gewesen. Der Verlockung, dann zu gehen, wenn das Ansehen am höchsten ist, habe ich in Verantwortung für die Kultur bewusst widerstanden», sagte Neumann.
«Mit meinen Erfahrungen kann ich zur Lösung der anstehenden Probleme entscheidend beitragen. Ich kenne mittlerweile alle Facetten der Kulturpolitik, das ist ein gutes Fundament für die vielleicht jetzt härter werdenden Zeiten. Ich bin ein politischer Überzeugungstäter. Mein Kämpferherz hat nicht nachgelassen, trotz der 67 Jahre.» Gespräch: Wilfried Mommert, dpa Tags: f
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