| Gängeviertel-Kompromiss: Künstler räumen «Fabrik» und «Druckerei» |
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| Montag, 26. Oktober 2009 um 18:31 Uhr | ||
Hamburg (dpa/lno) - Kompromiss im Hamburger Gängeviertel: Im Streit um die besetzten Häuser in dem historischen Viertel haben die Künstler am Montag zwei Häuser geräumt. Die Initiative zog sich aus den zentralen Gebäuden «Fabrik» und «Druckerei» zurück, wie eine Sprecherin berichtete. Die Künstler seien «damit einen großen Schritt auf die Stadt zugegangen». Die Initiative «Komm in die Gänge» verstehe dieses «Zugeständnis» nicht als Rückzug. Vielmehr wolle sie mit der Räumung verhindern, «dass durch Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe von Hanzevast unnötig Steuergelder verschwendet werden».
Zugleich forderten die Künstler den Senat auf, «schnellstmöglichst» den Vertrag mit dem holländischen Investor Hanzevast rückabzuwickeln und verlangten den Rücktritt von Finanzsenator Michael Freytag (CDU). «Nicht nur, aber auch im Gängeviertel hat Freytag bewiesen, dass er nicht in Lage ist, das Interesse der Einwohnerinnen und Einwohner an einem sorgsamen Umgang mit öffentlichem Grund und Boden und dem kulturellen Erbe der Stadt zu vertreten», hieß es.
Im Zuge des Kompromisses von Montag werden nun weitere 6000 Quadratmeter Ausgleichsfläche im Viertel der Öffentlichkeit zugänglich gemacht: «sämtliche begehbare Obergeschosse und die drei bislang noch leerstehenden Gebäude», berichtete die Initiative.
Offen blieb zunächst, ob Hanzevast am Montag eine weitere Rate an die städtische Sprinkenhof AG gezahlt hat. «Da die Zahlung mit Ablauf des Tages eingehen muss, können wir frühestens am Dienstag etwas dazu sagen», hieß es in der Kulturbehörde. Im Gegenzug müsste von der Stadt gewährleistet sein, «dass zwei Gebäude vertragsgemäß heute frei lieferbar sind». Die Stadt hatte den Künstlern einen Umzug innerhalb des Viertels vorgeschlagen, wenn sie die beiden betreffenden Gebäude - Fabrik und Druckerei - verlassen.
Die SPD-Bürgerschaftsfraktion begrüßte die freiwillige Teilräumung als «Zeichen für Verantwortungsbewusstsein und Kooperationswillen». Sie sieht Freytag zunehmend unter Druck: «Auch die Künstlerinitiative hat erkannt, dass es im Wesentlichen der Finanzsenator ist, der die Fehler der Vergangenheit zu verantworten hat und der jetzt einer städtischen Lösung im Wege steht», sagte SPD-Stadtentwicklungsexperte Andy Grote und forderte den Senat auf, eine klare Stellungnahme zur Zukunft des Gängeviertels abzugeben. Das «peinliche Kommunikationschaos» sowie das «dilettantische Management» müssten beendet werden. Spätestens nach der Senatssitzung am Dienstag müsse klar werden, was der Senat will. Norbert Hackbusch von der Fraktion der Linke kritisierte das «Schmierentheater» des Senats: «Da wird offen getrickst, gepokert und auch auf Zeit gespielt.»
Die Künstler besetzen seit Ende August leerstehende Häuser in dem Viertel. Ihr Ziel: Die Gebäude in ihrem Bestand zu erhalten und somit das kulturelle Erbe zu schützen. Die Initiative will damit denkmalwürdige Häuser retten und auf die Raumnot der Kulturschaffenden und sozialen Projekte in Hamburg hinweisen. Tags: k
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