| Blinde ertasten Kunst im Museum |
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| Donnerstag, 29. Oktober 2009 um 16:04 Uhr | ||
Baden-Baden (dpa) - Blinde Besucher bewundern Gemälde im Museum. Das klingt nach Widerspruch, ist in Baden-Baden aber Realität. Sechs sehbehinderte Kunstfreunde haben am Mittwochabend im Museum Frieder Burda in der Kurstadt an einer Führung durch die aktuelle Ausstellung mit Meisterwerken des «Blauen Reiters» teilgenommen. «Als erstes Museum Deutschlands bieten wir spezielle Führungen durch die Ausstellung an», sagte eine Sprecherin zu der ungewöhnlichen Gruppe. Zwar könnten Blinde bereits in anderen Museen Skulpturen abtasten, bei den Führungen in Baden-Baden gehe es aber darum, die Gemälde in ihrer Gesamtheit nachzuvollziehen. Die Blinden erhalten hierzu ein dreidimensionales Holzmodell des Gemäldes, das sie abtasten können, erklärte die Sprecherin.
Das weltberühmte «Blaue Pferd» von Franz Marc oder das «Türkische Café», gemalt von August Macke, in Miniaturausgabe - der Baden- Badener Künstler Peter Diziol hat diese Linol- und Holzschnitte hergestellt. «Die Idee kam mir in England, als ich erlebte, wie dort Behinderte und Blinde behutsam an die Kunst herangeführt werden», erläuterte der Künstler. Die Idee, auch in Deutschland blinden Menschen das Erlebnis der Kunst näher zu bringen, war geboren.
Gemeinsam mit Hans Kühn vom Blinden- und Sehbehindertenverein Südbaden und Veronika Zimmermann vom Blindenverein Freiburg realisierte er sein Projekt. Die blinden Besucher waren begeistert: «Für uns ist das eine ganze neue Art, Kunst zu erleben», sagte Christoph Sekulla. |
























































