| Den Museen zu Nutzen - Klein und fein für Kunst |
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| Mittwoch, 02. September 2009 um 05:17 Uhr | ||
Von Simona Block, dpa
Dresden (dpa) - Alle Dresdner Canaletto-Gemälde in neuem Glanz: Für die Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden derzeit noch ein Traum, der aber nicht unerreichbar scheint. Der 1991 gegründete Freundeskreis Museis Saxonicis Usui (den sächsischen Museen zu Nutzen) hat am Dienstag zunächst damit begonnen, Geld für die dringend nötige Restaurierung des berühmtesten Canaletto-Bildes in der Galerie Alte Meister zu sammeln. «Die Dresdner lieben dieses Bild», begründet Vorsitzender Herbert Süß die Entscheidung, eine Restauratorenstelle für ein Jahr zu finanzieren.
«Unser Wunsch ist, dass jeder Dresdner einen Euro gibt; dann könnten auch noch andere Canalettos in ähnlichem Zustand bearbeitet werden.» Immerhin gehören die von dem Italiener Bernardo Bellotto, genannt Canaletto, geschaffenen Stadtansichten neben Raffaels «Sixtinischer Madonna» zu den Aushängeschildern der Sempergalerie. Die Vereinsmitglieder haben mit 10 000 Euro bereits den Grundstock der avisierten fünfstelligen Summe für den «Canaletto-Blick» gespendet.
Mit der Aktion tritt der Verein - für Kenner kurz MSU - zugleich erstmals in breiterem Rahmen öffentlich in Aktion. Auch wenn für spektakuläre Ausstellungen das Geld fehlt, ist sein Wirken im Vergleich etwa mit den Freunden der Berliner Nationalgalerie nicht minder bedeutend. «Wir stehen den elf Museen der Kunstsammlungen zur Seite», sagt Geschäftsführerin Maria Krusche. Durch Ankäufe schließen sie Sammlungslücken, fördern Forschungsprojekte und Restaurierungen, Ausstellungen und Kataloge. «Die Freunde sind lebendiges Beispiel für engagierten Bürgersinn», sagt Süß.
Für die Kunstsammlungen sind sie inzwischen unverzichtbar, ohne sie angesichts der knappen staatlichen Mittel manches Projekt nicht zu realisieren. «Der Verein ist kein verlängerter Arm der Museen, sondern eine eigenständige Institution», so Generaldirektor Martin Roth. «Wir sind nicht nur eine Mannschaft, sondern verfolgen auch dieselben Ziele.» Allerdings wachsen dadurch auch Ansprüche und Erwartungen. «Vieles machen wir zum Schluss noch möglich; Wenn es eine Lücke gibt und wir können, helfen wir», sagt MSU-Chef Süß.
Die Leidenschaft für die bildende Kunst, die Lust am Wagnis und Enthusiasmus vereinen derzeit rund 900 Menschen, meist Dresdner. 22 davon sind Stifter und engagieren sich mit einer größeren Summe jährlich. Allein 2009 können nach Angaben von Geschäftsführerin Krusche 150 000 Euro ausgegeben werden. «Wir haben bereits zwei große Ausstellungen sowie den Ankauf von Havekost-Werken finanziert und gefördert.» Für konkrete Projekte werde immer leichter gespendet, eine Erbschaft sei ein Glücksfall, so Krusche.
«Unser Verein ist eher breit angelegt», sagt Vereinsvorstand Petra von Crailsheim. Während renommierte Vereine bundesweit Mitglieder verlieren, wächst deren Zahl bei MSU seit einigen Jahren kräftig. Seit einem Jahr besteht auch eine Art Jugendclub: die Jungen Freunde. «Gleiches Anliegen, aber andere Angebote», erklärt Krusche. Damit ziele MSU auf die Kunstfreunde von morgen, die heute 18- bis 35- Jährigen. «Unsere Interessengemeinschaft für die Kunstsammlungen braucht den Nachwuchs, bisher fehlen vor allem 35 bis 50-Jährige.» Im ersten Jahr wurden schon 90 Junge Freunde gewonnen.
Neben einem Jour Fixe im Monat mit exklusiver Kuratorenführung gibt es extra Veranstaltungen und Partys mit Bands und Bars, aber auch mit Tabus. «Es darf weder gegessen noch getrunken werden vor der Kunst», sagt Krusche. «Wir wollen Kunst erlebbar machen, andere Formen und Foren schaffen.» Die jungen Leute, meist Studenten, sollen Gleichgesinnte kennenlernen und Netzwerke knüpfen. «Wir sind klein und fein, aber kein exklusiver Club», betont von Crailsheim. Vereinschef Süß fände es hingegen gut, wenn jeder, der auf sich hält, drin wäre. «In Berlin und Hamburg ist das so.» Tags: f
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