| Keine Frühlingsrolle: Straßen-Kunst in Grenzregion |
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| Donnerstag, 03. September 2009 um 17:31 Uhr | ||
Von Gerd Korinthenberg, dpa
Moers/Venray (dpa/lnw) - Der kleine Wagen auf den Straßen der niederländischen Grenzstadt Roermond heißt verheißungsvoll «Loempia Kraam» - doch von den angekündigten chinesischen Teigrollen keine Spur! Der kubische weiße Karren, der manch hungrigen Schnäppchenjäger in dem beliebten Einkaufs-Paradies Roermond während der nächsten Wochen irritieren dürfte, ist nämlich ein Kunstwerk. Die wohlkalkulierte Verwirrung stiftete der Maastrichter Künstler Jeroen van Bergen (30), Teilnehmer der grenzüberschreitenden deutsch- niederländischen Kunstschau «Different Places - Different Stories».
Bis Ende November sind dabei in einem knappen Dutzend meist kleinerer Städte zwischen Emmerich, Roermond und Neuss 20 Werke jüngerer Künstler zu sehen, die mal spielerisch-ironisch, mal hochästhetisch und mal politisch engagiert Straßen und Plätze besetzen. Die Werke wollen «ungewohntes Licht auf eine alltägliche, scheinbar bekannte Umgebung werfen», sagen Fred Welschen und Christian Weisbrich als Vorsitzende der Organisatoren, des Odaparks Venray und von Kulturraum Niederrhein. Immer gebe es bei den Werken einen Zusammenhang mit der Ortsgeschichte, der Architektur, der Landschaft und den Menschen.
Eindrucksvoll gelingt dies dem Düsseldorfer Akademie-Absolventen Keisuke Matsuura. Der im japanischen Kyoto geborene Künstler platziert im Schachbrett-Raster weiße Stoffbahnen auf einer Parkwiese in Moers: Das weiß-grüne Gitter macht die Natur zum Meditationsort - genau dort, wo einst die Moerser Waschfrauen ihre Laken bleichten. Wie ein Gegenpol zu soviel Strenge postiert der Rotterdamer Helmut Smits seinen fröhlichen «Schneemann» mitten zwischen die Kunstwerke des ansonsten sehr seriösen Skulpturenparks der Stadt Viersen. Immerhin: Sein Männchen mit Möhren-Nase meißelte der Niederländer temperaturbeständig aus wertvollem Carrara-Marmor, den schon die Kunstgenies aller Zeiten genutzt haben.
In Emmerich verwandelt Brigitte Dams ein ganzes Haus in eine Skulptur: Sie verpasste dem weißgetünchten Backstein-Domizil des dortigen Kunstvereins eine Fassade aus Streifen, die wie ein windiges Gerüst das ganze Haus optisch tanzen lassen. Von der Unwirtlichkeit unserer Städte handelt das sensible Werk der Fotokünstlerin Karin Geiger (Düsseldorf/Vancouver). Sie fotografiert Menschen in Stadtlandschaften voller Tristesse und plakatiert die Großfotos anschließend als Vexierspiel von Kunst und Wirklichkeit an ebenso unschönen Orten im rheinischen Neuss. Tags: k
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