| Museum Hamburger Bahnhof mit neuer Ausstellung |
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| Donnerstag, 03. September 2009 um 17:49 Uhr | ||
Von Esteban Engel, dpa
Berlin (dpa) - «Die Kunst ist super!» Mit einem Spruch wie aus der Waschmittelwerbung empfiehlt sich Berlin als Weltmetropole für zeitgenössische Kunst. Ob Joseph Beuys, Andy Warhol, Jeff Koons, Nam June Paik, Andy Warhol oder Daniel Richter - «wir haben alles», rief der Direktor des «Hamburger Bahnhofs - Museum für Gegenwart», Udo Kittelmann, am Donnerstag aus. Der 51-Jährige, der im vergangenen November von Frankfurt/Main nach Berlin wechselte, gibt mit der neuen Ausstellung sein Debüt und präsentiert ein Panorama der Gegenwartskunst, das es «woanders so nicht gibt», wie Berlins Museums-Generaldirektor Michael Eissenhauer ergänzte.
Die Liste der Künstler, deren Arbeiten in der einstigen Bahnhofshalle ausgestellt werden, liest sich wie ein zeitgenössisches «Who is Who». Neben den Künstler-Stars bietet der Hamburger Bahnhof von Georg Baselitz bis Franz West viele Schlüsselnamen für einen Kanon der Moderne.
Reichlich hatten in den vergangenen Jahrzehnten Mäzene Berlin ihre Sammlungen zur Verfügung gestellt. Wie Heinz Berggruen mit seiner prächtigen Impressionisten-Schau gaben der Sammler Erich Marx, Milliardärs-Erbe Friedrich Christian Flick und der in Bielefeld lebende Italiener Egidio Marzona ihre Kollektionen an den Hamburger Bahnhof als Leihgaben her.
Kittelmann hat die Werke nun in neue Sinnzusammenhänge gestellt. So stehen etwa neben den Warhol-Porträts von Mao und Marylin Monroe der Gipsabguss der ägyptischen Königin Nofretete. Wie in Warhols Bild des Gangsterdarstellers James Cagney steigen die einstigen «Götter» vom Mythos zum Massenprodukt ab und erleben das tragische Schicksal vieler Idole - wie etwa in Paul McCarthys Plastik «Michael Jackson and Bubbles (Gold)», die den Popstar als Affenfreund zeigt.
Die zentrale Halle hat Kittelmann weitgehend leer belassen. An der Seite bietet Romand Ondaks Installation in einer großen Kiste einen Blick in die Turbinenhalle der Tate Modern in London. Und Robert Kusimirowski nachgebauter Bahnwaggon aus dem Zweiten Weltkrieg spielt zwischen Illusion und Realität. In der Mitte der Halle steht nur Marcel Duchamps «Rou de bicyclette» von 1913, eine Ikone des Surrealismus.
Die neue Ausstellung bringt das Areal am Rande der Berliner Mitte wieder ins Gespräch als Ort für die moderne Kunst in Berlin. In unmittelbarer Nachbarschaft will Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) eine Halle für Wechselausstellungen bauen lassen. Kittelmann will sich aber vor allem um die Zusammenarbeit mit den klassischen Museen der Stadt bemühen. Notwendig sei ein stärkeres Zusammendenken aller Sammlungen, so dass durch neue Präsentationen neue Perspektiven erschlossen werden können. Für Kittelmann ist das «Museum für Gegenwart» der eigentliche Ort für die zeitgenössische Kunst in Berlin. Tags: f
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