| Neue Museumsdirektorin setzt erste Ausrufezeichen |
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| Freitag, 04. September 2009 um 17:31 Uhr | ||
Von Ulf Vogler, dpa
Regensburg (dpa/lby) - Als allein erziehende Mutter zweier Kinder weiß sich Andrea Madesta durchzusetzen - auch und wenn es um ihren Job als Museumschefin geht. Zu spüren bekommen hat dies zuletzt der Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger (CSU), obwohl der bayerische Städtetagchef seinerseits als knallharter Politiker gilt. Doch auch für den erfahrenen Rathauschef waren die Vertrags- Verhandlungen mit Madesta, der neuen Direktorin des Kunstforums Ostdeutsche Galerie in Regensburg, kein Zuckerschlecken, wie Schaidinger bei der Vorstellung Madestas am Freitag betonte.
Nach monatelangen Gesprächen konnten sich beide Seiten doch noch einigen. Zum September übernahm die 44 Jahre alte Kunstexpertin den verwaisten Direktorensessel des bundesweit einmaligen Spezialmuseums, das sich besonders um das Werk der Künstler aus den ehemals deutschen Gebieten in Osteuropa kümmern soll. Madesta will in Zukunft mehr neue Medien und Fotografie in dem Oberpfälzer Museum zeigen. Zudem soll die eigene Sammlung durch Leihgaben bekannter Sammler ergänzt werden. Für Neukäufe ist der Etat zu knapp.
Für 2010 kündigt Madesta bereits ein echtes Highlight an. Dann soll es eine exklusive Ausstellung mit Bildern von Markus Lüpertz geben, der wegen seiner selbstdarstellerischen Art oft als «Malerfürst» bezeichnet wird. «Es liegt mir daran, das Museum nicht nur regional, sondern auch national und international zu positionieren», erklärt Madesta.
Die gebürtige Fürtherin folgt auf Ulrike Lorenz, die Anfang 2009 in Mannheim Chefin der dortigen Kunsthalle wurde. Lorenz hatte das einst etwas verschlafene Regensburger Museum in fünf Jahren mit einem neuen Konzept erfolgreich modernisiert. Dank publikumswirksamer Ausstellungen verdoppelten sich die Besucherzahlen unter Lorenz auf mehr als 30 000 im Jahr.
Die Träger des Museums - die Bundesrepublik, der Freistaat Bayern und die Stadt Regensburg - wollten diese Entwicklung natürlich nicht gefährden. Bei rund 40 Bewerbungen für die Direktorenstelle habe Madesta ihre Konkurrenten schnell ausgestochen, berichtet OB Schaidinger. «Sie hat sich deutlich an die Spitze gestellt», sagt er über die Wunschkandidatin.
Die Mutter eines Buben und eines Mädchens im Alter von drei und elf Jahren war seit 2004 Direktorin des Kärntner Museums Moderner Kunst in Klagenfurt. Zuvor hatte sie als freie Kuratorin gearbeitet und war drei Jahre lang stellvertretende Leiterin der Kunsthalle Nürnberg. Sie hat in ihrer fränkischen Heimat an der Uni Erlangen- Nürnberg Kunstgeschichte, Neuere Deutsche Literaturgeschichte und Christliche Archäologie studiert, die Promotion folgte an der Berliner Humboldt-Universität.
Madesta setzt bei der Museumsarbeit auf den regen Austausch mit dem Publikum. Alle seien eingeladen mitzumachen, von jung bis alt. «Kunst vollzieht sich nicht im luftleeren Raum, nicht im Elfenbeinturm», sagt die 44-Jährige und verspricht, dass sie für Ideen von außen immer offen sei. «Es gibt auch so etwas wie eine Insider-Blindheit.» Tags: madesta
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