| Künstler färben Kleinstadt bunt |
|
|
|
| Dienstag, 08. September 2009 um 05:01 Uhr | ||
Loitz (dpa/mv) - Künstler haben die Kleinstadt Loitz (Kreis Demmin) zeitweise bunt gefärbt - und rufen so unterschiedliche Reaktionen bei Einwohnern hervor. «Wir wollen darauf aufmerksam machen, welche Energie die leerstehende Innenstadt einmal hatte», sagte die Kunstprofessorin Barbara Tucholski, die am Wochenende das Kunstfestival «2. Loitzer Peeneaale» in der Kleinstadt startete. Für die Aktion «Das schreiende Schweigen» seien etwa 50 leerstehende Geschäfte mit großformatigen Leinwänden, die mit phosphorisierenden Farben bemalt wurden, behängt worden. «Erinnerungen sind immer positiv und negativ», sagte Bürgermeister Johannes Winter (CDU). So sei das auch mit den Reaktionen. «Kunst will aufmischen», meinte Winter.
Mit der Aktion werde den Einheimischen schmerzlich bewusst, wie umfangreich der seit 1990 sich schleichend vollzogene Leerstand bereits ist, sagte Tucholski. Die Geschäftsleute gaben auf, weil sich einerseits seit Jahren der gesamte Schwerlastverkehr auf der B 194 durch die enge Innenstadt «quälte», aber auch wegen Abwanderung und der Entwicklungen im Handel zu immer größeren Einkaufszentren. Inzwischen hat der Bau einer Umgehungsstraße aus Mitteln des Konjunkturpakets des Bundes begonnen, die im Oktober 2010 fertig sein soll.
Das neuntägige Festival «Peeneaale», an dem 15 Künstlergruppen aus dem In- und Ausland mitwirken, soll nach Angaben der Initiatoren dazu beitragen, die seit 1990 ins Abseits geratene Region in Vorpommern wieder stärker ins Licht zu rücken. Zum Auftakt wurde beispielsweise Wasser aus der Peene in einen 40 Meter hohen leerstehenden Speicher gepumpt, aus dem es in Kaskaden wieder in den Fluss floss. Das Kunstfest, in das Einheimische auch einbezogen werden, endet am 13. September.
|
























































