| Besitzerin von Raubkunstgemäldes ermittelt |
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| Dienstag, 08. September 2009 um 05:02 Uhr | ||
München (dpa) - Ein im Bayerischen Fernsehen aufgetauchtes Raubkunstgemälde gehört einer 92-jährigen Münchnerin. Eine Verwandte der Frau hatte den Kunstfahndern gemeldet, dass das auf 100 000 Euro geschätzte Bild in der Wohnung der Seniorin hänge, teilte das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) am Montag in München mit. Die Besitzerin liegt derzeit in einem Krankenhaus und konnte noch nicht zur Herkunft des Kunstwerks befragt werden. Ersten Ermittlungen zufolge hatte sie das Gemälde mit dem Titel «Die Bergpredigt (Paulus in Lystria)» von ihren Eltern geerbt.
Das Bild war im November 2008 im Bayerischen Rundfunk gezeigt worden. Offenbar hatte ein vor kurzem verstorbener Verwandter der betagten Dame den Experten das Bild zur Begutachtung vorgelegt. Diese bestätigten die Echtheit und den großen Wert des Objekts, denn der flämische Maler Frans Francken d.J. gehörte einer der wichtigsten Malerdynastien des 17. Jahrhunderts an. Im April meldete sich ein Zuschauer und teilte dem LKA mit, dass es sich seiner Meinung nach um Raubkunst handele. Vergangene Woche baten die Beamten die Öffentlichkeit um Hilfe: Daraufhin meldete sich die 67 Jahre alte Zeugin am Freitag bei den Kunstfahndern. Da sie über den Besitz ihrer 92-jährigen Verwandten verfügen darf, willigte sie ein, dass die Beamten das um 1606 entstandene Bild sicherstellten.
Das 33 mal 79,5 Zentimeter große Gemälde verschwand zusammen mit rund 650 anderen Werken, als gegen Ende des Zweiten Weltkriegs der sogenannten Führerbau am Münchner Königsplatz geplündert wurde. Der letzte bestätigte Nachweis belegt, dass «Die Bergpredigt» aus französischem Privatbesitz stammt und im Oktober 1943 von einer Dresdner Kunsthandlung für 10 000 Reichsmark erworben worden war. Seit April 1945 galt das Bild als verschollen. Tags: bild
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