| Centre Pompidou Metz: Vorgeschmack auf Eröffnung 2010 |
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| Dienstag, 08. September 2009 um 05:13 Uhr | ||
Von Sabine Glaubitz, dpa
Metz (dpa) - Die offizielle Eröffnung des Centre Pompidou Metz findet erst im Frühling 2010 statt. Doch schon acht Monate vor der voraussichtlichen Einweihung im Mai wird die erste Ausstellung gezeigt, und die ersten Journalisten können den Rohbau des zukünftigen Ablegers des renommierten Pariser Museums erkunden. «Wenn alles planmäßig verläuft, werden die Arbeiten im November fertig sein. Dann können wir langsam einziehen», sagt Emmanuel Martinez, einer der Projektbetreuer in der Stadt in Lothringen.
Auf dieses Museumsevent arbeitet Metz geschickt hin und zeigt derzeit an den schönsten Plätzen der Stadt Kunstwerke, die aus der Sammlung des Pariser Mutterhauses stammen. Die ist mit rund 60 000 Gemälden, Skulpturen, Videos, Fotografien und Installationen die größte Kollektion zeitgenössischer und moderner Kunst Europas.
Mit der Ausstellung «Constellation» gibt das neue Museum für zeitgenössische Kunst einen Vorgeschmack auf das, was den Besucher in wenigen Monaten erwarten wird: Herausragende Meisterwerke des 20. und 21. Jahrhunderts präsentiert in einem futuristisch anmutenden Gebäude, das je nach Blickwinkel und Fantasie des Betrachters an ein Meerungeheuer oder einen Strohhut erinnert.
Die von den Architekten Shigeru Ban und Jean de Gastines entworfene Dependance, deren Grundstein 2002 gelegt wurde, hätte eigentlich schon 2007 fertiggestellt werden sollen. Doch diesmal scheint der Eröffnungstermin des rund 60 Millionen Euro teuren Neubaus mehr als realistisch zu sein. Denn der Rohbau ist bis auf das vollständige Montieren der einzigartigen Glasfaserfolie, die sich wie eine zweite Haut über die filigrane Dachkonstruktion legt und an ein großmaschiges Flechtwerk erinnert, fast fertig.
Das transparente, 8 500 Quadratmeter große, zeltartige Dach wurde eigens aus Japan nach Europa geschifft und wird von Spezialisten aus Deutschland montiert. «Die Konstruktion ist sehr kompliziert. Kein französisches Unternehmen hat sich an diese Arbeit getraut», erklärt Martinez weiter.
Der Bau ist von außen ebenso spektakulär wie von innen. Die drei Galerien, sternförmig angeordnete Rechtecke, sind jeweils 84 Meter lang, 14 Meter breit und 5 Meter hoch. Das Besondere ist weniger, dass die kastenähnlichen Räume jeweils um 45 Grad verschoben übereinanderliegen, sondern an ihren Außenseiten in riesige Fensterflächen münden und dem Besucher ein einzigartiges Schauspiel bieten: herrliche Panoramablicke auf die lothringische Stadt und die Kathédrale Saint-Etienne, eine der schönsten und größten Frankreichs.
Der Neubau liegt nur zwei Minuten vom Bahnhof entfernt. Noch muss man den Gehweg neben der stark befahrenen Hauptstraße nehmen, doch bis zur Eröffnung soll ein riesiger Vorplatz mit Fußweg zur Centre- Pompidou-Filiale führen. Schon jetzt wird der Besucher am Bahnhof mit einer beeindruckenden Installation von Jean Tinguelys Werk «Die Hölle - ein kleiner Anfang» in Empfang genommen. Die riesige Maschinerie aus Blecht, Draht, alten Teddybären und Schrottteilen macht einen Höllenlärm. Das Werk aus dem Jahr 1984 steht im Salle de la Chope, dem «Bierkrug-Saal», in dem sich früher die Gaststätte des 1908 erbauten Bahnhofs befand.
Tinguelys Maschine steht derzeit noch im Rahmen der Ausstellung «Constellatio» dort. Doch hofft man in Metz darauf, sie auch weiterhin behalten zu dürfen. Neben Tinguely gibt es bis zum 4. Oktober noch die konkave Fiberglasschüssel von Anish Kapoor zu sehen, die in der Kapelle Église des Trinitaires herrliche optische Täuschungen erzeugt, oder das verwirrende Fadenchaos von Cildo Meireles, tausende von kilometerlangen Fäden, die am Ende in einem Besen zusammenlaufen.
Diese Werke stammen alle aus dem Kunstschatz des Pariser Mutterhauses, denn das zukünftige Centre Popidou in Metz wird keine eigene Sammlung haben. Hier sollen aber wechselnde Ausstellungen konzipiert und organisiert werden, um den Reichtum des Mutterhauses besser zu nutzen. Damit soll Metz, günstig im Vierländereck gelegen, zur grenzüberschreitenden Kunstmetropole zwischen Luxemburg, Belgien und Deutschland aufsteigen. Tags: metz
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