| 20 Jahre Bauernkriegspanorama Bad Frankenhausen |
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| Dienstag, 08. September 2009 um 14:38 Uhr | ||
Bad Frankenhausen (dpa/th) - Zwanzig Jahre nach Eröffnung des Bauernkriegspanoramas in Bad Frankenhausen ist das Besucherinteresse ungebrochen. «Seit das Haus am 14. September 1989 als letztes Prestigeobjekt der DDR-Staatsführung eröffnet wurde, haben knapp 2,2 Millionen Besucher das Monumentalgemälde von Werner Tübke gesehen», sagte Museumsdirektor Gerd Lindner in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Ende Juni eröffnete Jubiläumsschau zur Entstehung des Mammutprojektes von der ersten Skizze bis zum letzten Pinselstrich habe die Zahlen in die Höhe schnellen lassen. Bis August kamen pro Monat im Schnitt über 1000 Gäste mehr als sonst.
«Wir peilen in diesem Jahr wieder 85 000 Besucher an», sagte Lindner. Die bis zum 11. Oktober geöffnete Ausstellung sei zugleich eine Referenz an den Leipziger Maler, der am 30. Juli 80 Jahre alt geworden wäre. Tübke hatte an dem riesigen Gemälde über die frühbürgerliche Revolution in Deutschland von 1525 elf Jahre lang gearbeitet und wurde dabei von Kunststudenten unterstützt. Mit einer Museumsnacht will Bad Frankenhausen am Samstag an den Herbst 1989 erinnern.
«Damals durfte nur ein ausgesuchtes Publikum bei der Eröffnung dabei sein», erinnerte sich der 46 Jahre alte Lindner. Als junger Hochschulabsolvent habe er damals den Rundgang mit SED- Politbüromitglied Kurt Hager, Volksbildungsministerin Margot Honecker und Kulturminister Hans-Joachim Hoffmann nur am Fernseher verfolgen können. «Wir wurden als Nicht-Genossen explizit ausgeladen. Das Vertrauen zu uns hielt sich zu diesem Zeitpunkt wohl bereits in Grenzen.»
Das Kunstmuseum zählt heute zu den 20 kulturellen Gedächtnisorten von nationaler Bedeutung in Ostdeutschland. «Wir waren der Meinung, das Panorama von Tübke ist keine Gedenkstätte und haben deshalb 1990 die Museumsidee vorgelegt», sagte Lindner. 1991 segnete das Thüringer Kulturministerium das Konzept ab. «2007 trat der Freistaat dann sein einziges Landesmuseums an einen Verein ab, Immobilie und Kunst blieben im Besitz des Landes.» An der Höhe der Landesförderung von jährlich 1,3 Millionen Euro änderte sich nichts. «Zusammen mit den Eintrittsgeldern und anderen Einnahmen kommen wir auf einen Etat von etwa 2,2 Millionen Euro», sagte Lindner.
In den vergangenen 20 Jahren wurde das Haus kontinuierlich ausgebaut. «1989 war es als Torso eröffnet worden. Der Rundbau umschloss lediglich die 14 mal 123 Meter große Leinwand mit dem Ölgemälde.» Ausstellungs- und Büroräume, Kino und Gastronomie kamen erst später dazu. Bis Ende 2009 soll sich endlich auch der Museumsvorplatz ansprechend präsentieren. «Die niederländische Bildhauerin Lotta Blokker hat eine Gruppe von vier Figuren geschaffen. Im Herbst sollen die lebensgroßen Bronzen gegossen werden.» Kostenpunkt für die Umgestaltung des Platzes: 800 000 Euro, die sich Bund und Land teilen.
Gespräch: Antje Lauschner, dpa |
























































