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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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«Ich bin's» - Eine Begegnung mit Yoko Ono PDF Drucken E-Mail
Samstag, 12. September 2009 um 04:27 Uhr

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Von Caroline Bock, dpa

 

Berlin (dpa) - Nach John Lennon fragen? Lieber erstmal nicht. Yoko Ono (76) ist mehr als Lennons Witwe und der «Spaltpilz der Beatles». Sie war schon als Künstlerin unterwegs, bevor sie John traf und mit ihm in Hotelbetten für den Weltfrieden demonstrierte, und hat heute einen festen Platz in den Museen. Sie ließ eine Fliege über einen Frauenkörper krabbeln und zeigte nackte Hintern gegen den Vietnam- Krieg. In Bielefeld konnten Ausstellungsbesucher 2008 mit einem Leichenwagen durch die Stadt kurven. Mit dem Kunsthallendirektor stieg sie sogar in einen Sack, wo sie sich und ihn auszog.   

 

Im Juni bekam Ono bei der Kunstbiennale in Venedig den Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk, für ihre Musik erhielt sie den Mojo- Ehrenpreis. Am 25. September erscheint ihr neues Album «Between My Head And The Sky», das sie in Berlin vorstellte, wo sie mit Installationen auch Teil einer kleinen Gruppenausstellung ist. Ono wartet in einer Hotelsuite am Kurfürstendamm. Sie trägt eine Trainingsjacke mit Berlin-Schriftzug, eine schwarze Sonnenbrille auf der Nasenspitze und ist barfuß.  «Ich bin's - Ich lebe»   

 

Wie alle Musiker möchte sie gern über ihr neues Album sprechen. Ein charmanter, manchmal etwas gewöhnungsbedürftiger Stilmix ist darauf zu hören: Elektro, Rock, Jazziges, ein Hauch Punk und japanische Klänge, dazu Onos oft experimenteller Gesang. Sean Lennon bescheinigt seiner Mutter eine «lyrische Wünschelrute». Auch Erinnerungen an damals werden wach - «Imagine Peace» singt sie. Am Ende ist ein Hämmern zu hören, was an Baulärm erinnert. «It's me. I'm alive» («Ich bin's. Ich lebe»), sagt Ono.   

 

Auch wenn sie mit 76 theoretisch im Rollator-Alter ist, sie klingt fast mädchenhaft und wie zu Zeiten des Beatles-Stücks «The Continuing Story Of Bungalow Bill». An einem Tag hat sie für das neue Album gleich sechs Songs aufgenommen, sie strotzt vor Energie. Das Alter ist für sie kein Thema. «Ich habe keine Zeit, darüber nachzudenken, was in zehn Jahren ist! Ich denke an heute, diese Woche, diesen Monat», sagt sie. «Mein Leben heute ist sehr aufregend und erfreulich.»   

 

Für die Presse und die Fans war die Lennon-Witwe lange die «Hexe im Beatles-Märchen», die die Band auseinandergebracht hat. Kümmert sie ihr Image? «Ich bin auch ein Mensch, natürlich hat es mir etwas ausgemacht. Aber wahrscheinlich nicht so viel, sonst wäre ich inzwischen tot, weil ihr Typen mich seit 30 Jahren ununterbrochen angreift», sagt Ono. Sie habe sich auf andere Dinge konzentriert. Wenn Leute negative Energie ausstrahlten, umarme sie diese und mache sie sich so zu eigen.  «Wenn man Hexe sagt, ist das schlecht. Warum?»   

 

Mit Blick auf die Schlagzeilen hat Ono einmal ein Remix-Album «Yes, I'm a Witch» («Ja, ich bin eine Hexe») genannt, weil sie sich als Hexe fühlte, die im übertragenen Sinne verbrannt werden sollte. Ihr ging es um «diese ganzen Vorurteile gegen Frauen», sagt Ono. «Das männliche Wort für Hexe ist Zauberer, ein sehr gutes Wort. Aber wenn man Hexe sagt, ist das schlecht. Warum?»   

 

Mit der Situation der Frauen heute ist Ono überhaupt nicht zufrieden. «Weil wir so viel gekämpft haben, gibt es jetzt Rückschläge», sagt Ono. Weiblichkeit ist ein Thema ihrer Kunst. In Berlin zeigt sie in der Heinrich-Böll-Stiftung Teile eines nackten Frauenkörpers aus Latex. Der Besucher ist aufgefordert, sich erst in einem kleinen Becken die Finger nass zu machen und dann den Körper anzufassen.   

 

Viele denken in diesen Tagen an die alten Beatles-Zeiten. Während Yoko Ono in Berlin in Jäckchen und Zylinder eine Vernissage besucht, hören Fans in aller Welt die neu erschienenen, digital überarbeiteten Hits der «Fab Four». Und fast 30 Jahre ist es her, dass John Lennon ermordet wurde. Daran erinnert ein berühmtes Foto der gerade in Finanznöten steckenden Annie Leibovitz. Es zeigt den nackten John an seine Yoko geschmiegt, nur Stunden vor dem Attentat. Für Ono spielt es keine Rolle, wem die Rechte an dem Bild gehören, sie wolle diese auch nicht kaufen. «Was auch immer passiert, das Bild wird es immer geben. Das Werk hat eine unglaubliche Kraft, die bleiben wird.» 

 

[Die Ausstellung «Nochnichtmehr» läuft bis 10. Oktober im Foyer der Heinrich-Böll-Stiftung, montags bis freitags 9.00 bis 20.00 Uhr.)



Tags: ono  f  
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