| Ai Weiwei - provokanter Künstler und Kritiker |
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| Donnerstag, 17. September 2009 um 05:16 Uhr | ||
Von Andreas Landwehr, dpa (Mit Bild)
Peking (dpa) - Ai Weiwei ist nicht nur der international berühmteste chinesische Künstler, sondern auch ein profilierter Kritiker des kommunistischen Systems in China. Der heute 52-Jährige hat das «Vogelnest» genannte Olympiastadion in Peking mitentworfen, sich später aber von der Propagandaschau um die Olympischen Spiele distanziert. Der provokante Künstler zählt zu den Gründungsvätern der chinesischen Avantgarde. Bei seinen Werken denke er immer darüber nach, wie unterschiedliche Wertvorstellungen aufeinanderprallen. In Deutschland wurde der Konzeptkünstler vor zwei Jahren bekannt, als er 1001 Chinesen zur documenta nach Kassel holte. Seine Installation mit Türen chinesischer Hofhäuser, die dem Pekinger Bauboom zum Opfer gefallen waren, stürzte damals bei einem Unwetter in Kassel ein.
Nach der Erdbebenkatastrophe in der südwestchinesischen Provinz Sichuan im Mai 2008 begann Ai Weiwei die Namen der Kinder zu sammeln, die in ihren Schulen ums Leben gekommen sind. Wegen Korruption und Pfusch am Bau waren viele Schulen schlecht gebaut und stürzten ein, während Nachbarbauten den Erdstößen standhielten. Mehr als 5000 Namen haben Ai Weiwei und seine Helfer sehr zum Ärger der Verantwortlichen schon zusammengetragen. Trotz seiner Aktivitäten hatte Ai Weiwei nach eigenen Angaben bisher wenig Probleme mit der Staatssicherheit. Er ist der Sohn des bekannten chinesischen Dichters Ai Qing, der von Mao Tsetung nach Xinjiang verbannt worden war, wo Ai Weiwei aufwuchs.
Anfang der 80er Jahre wandte Ai Weiwei seinem Heimatland den Rücken und ging in die USA. Er hatte nie wieder zurückkommen wollen, kehrte aber 1993 nach zwölf Jahren heim, um an der Seite seines kranken Vaters zu sein, der drei Jahre später starb. Ai Weiwei, der heute in seinem Studio im Künstlerviertel Caochangdi im Norden Pekings nahe der Flughafenstraße lebt, hat gerade in Tokio im berühmten Mori-Kunstmuseum eine große Ausstellung laufen. Auch wählte die dänische Regierung den Künstler aus, einen multimedialen Ersatz für die kleine Meerjungfrau in Kopenhagen zu schaffen, wenn das Wahrzeichen 2010 an die Weltausstellung in Shanghai ausgeliehen wird. In Deutschland will Ai Weiwei am 11. Oktober eine Ausstellung im Münchner Haus der Kunst eröffnen und auf der Frankfurter Buchmesse vom 14. bis 18. Oktober auftreten. |
























































