| Illustrator Tomi Ungerer deckt den Tisch |
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| Donnerstag, 17. September 2009 um 05:24 Uhr | ||
Von Berit Schmidt, dpa
Ulm (dpa/lsw) - Er lässt Maiskolben über den Bildschirm marschieren und verleiht Konservendosen Füße. Gerade die Werbezeichnungen für das «Zartgemüse aus der Dose» haben den Elsässer Tomi Ungerer bekannt gemacht. Doch auch in anderen Kunstwerken beschäftigt sich der Kinderbuchillustrator immer wieder mit dem Essen. «Das Essensthema ist bei ihm vorhanden, man muss es nur hervorholen», sagt der Kurator des Museums für Brotkultur in Ulm, Oliver Seifert. Und deswegen widmet sein Haus dem Künstler vom 19. September bis 15. November eine Ausstellung, auch wenn gerade das Brot bei Ungerer keine so wichtige Rolle spielt.
Auf die Idee zur Ausstellung «Tischlein deck dich» ist das Museum aber nicht durch die Werbung des Konservenherstellers Bonduelle gekommen, sondern durch ein anderes Werk Ungerers. Jahrelang war in der Dauerausstellung des Hauses seine Zeichnung einer Mühle an einem Fluss. Das Werk ist auch Titelbild des berühmten Liederbuches des elsässischen Künstlers mit dem Volkslied «Es klappert die Mühle am rauschenden Bach». Für die Schau hat das Ulmer Museum weitere 50 Werke vom Musée Tomi Ungerer - Centre international de l'Illustration in Straßburg geliehen. Darin setzt sich der Werbegrafiker mit dem Thema Essen auseinander.
Die Präsentation setzt mehrere Schwerpunkte: In einer Serie «nur scheinbar simpler Zeichnungen» nimmt Ungerer, der auch als Erotikkünstler arbeitet, die Spezialitäten der elsässischen Küche beim Wort. So zeichnet der Künstler, der mittlerweile in Irland lebt, ein Schwein, das mit seinen Füßen in Bierkrügen steht oder einen Fisch, der so platt ist, dass er nur noch aus Gräten besteht.
Eine weitere Serie nimmt die Frage «Wie sollen wir essen und trinken» ins Visier. In den Zeichnungen «Unmäßig gefräßig» befasst sich Ungerer mit der Fresssucht. So stellt er auf einem Bild eine übergewichtige Frau dar, die auf einem Stuhl mit Wiegefunktion sitzt und dabei zugleich eine Torte in sich hinein schlingt.
Auch das Werbe-Thema wird in der Ausstellung beleuchtet. Neben der bekannten Bonduelle-Werbung werden in Ulm Werbezeichnungen für Milchprodukte gezeigt, die Ungerer mit Märchen verknüpft hat. |
























































