| Rot-Roter Widerstand gegen Wowereits Kunsthalle |
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| Freitag, 18. September 2009 um 05:14 Uhr | ||
Berlin (dpa/bb) - Das Wunschprojekt des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) - der Bau einer Kunsthalle für Gegenwartskunst in Berlin - steht noch in den Sternen. In den rot-roten Regierungsfraktionen regt sich angesichts der bevorstehenden Beratungen zum Doppelhaushalt 2010/2011 erheblicher Widerstand dagegen. Wowereit, der seit 2006 auch das Kulturressort verantwortet, hatte den Neubau angeregt und im Doppelhaushalt insgesamt 600 000 Euro an Planungs- und Vorbereitungsmitteln beantragt. Der neue Haushalt soll im Dezember im Abgeordnetenhaus verabschiedet werden. Der auf 30 Millionen Euro geschätzte Bau einer Kunsthalle soll nach den Plänen Wowereits erst nach 2012 realisiert werden.
Die SPD- wie die Linkefraktion verweisen auf die äußerst angespannte Haushaltslage des Landes. Der Schuldenberg Berlins von derzeit rund 60 Milliarden Euro wird wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise bis Ende 2011 auf rund 66 Milliarden Euro steigen. In dieser Situation könne ein solcher Neubau keine Priorität haben, heißt es. «Wir lehnen dieses Projekt in dieser Form ab», sagte der kulturpolitische Sprecher der Linke-Fraktion, Wolfgang Brauer, am Donnerstag der dpa.
Auch SPD-Fraktionschef Michael Müller wies auf die Bedenken in der eigenen Fraktion hin. «Der Neubau einer Kunsthalle wird in der Fraktion kritisch hinterfragt und das ist auch in Ordnung», ließ Müller über seinen Sprecher erklären. Eine Entscheidung sei in der Fraktion noch nicht gefallen, die Diskussion darüber werde noch länger dauern. Die Finanzierung und das Konzept einer Kunsthalle, die Wowereit am Humboldthafen neben dem Hauptbahnhof im Regierungsviertel errichten lassen möchte, müssten noch geklärt werden.
Der Berliner Linke-Chef Klaus Lederer machte einen Kompromissvorschlag. Er gebe dem Regierenden Bürgermeister Recht, «Berlin ist die Metropole der Gegenwartskunst und dafür müssen wir adäquate Ausstellungsräume schaffen», sagte Lederer der dpa. Viele Gegenwartskünstler aus der ganzen Welt siedelten sich in Berlin an und deren Werke sollten der Öffentlichkeit in geeigneten Räumen präsentiert werden. «Doch angesichts unserer angespannten Haushaltslage sollten wir nach kreativen Lösungen suchen.»
Lederer möchte aus der «Alles-oder-Nichts-Debatte» heraus und plädierte stattdessen dafür, geeignete Räumen nach dem in Berlin bewährten Modell der Zwischennutzungen zu suchen. «Solche Räume für eine Art wandernde Kunsthalle gibt es in Berlin viele», zeigte sich Lederer überzeugt. Die Linke lehne jedenfalls in der gegenwärtigen finanziellen Situation einen Neubau mindestens bis 2011 ab. Brauer betonte, auch die Herrichtung für Zwischennutzungen in anderen Gebäuden erfordere Geld, doch dafür sei die Linke offen. |
























































