| Neuer Blick auf Genie: Max Ernst und Peter Schamoni |
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| Freitag, 25. September 2009 um 05:19 Uhr | ||
Von Christof Bock, dpa
Münster (dpa) - Ein faszinierende Ausstellung in Münster führt tief in die Welt des großen Surrealisten Max Ernst. Unter dem Titel «Max Ernst läßt grüßen» widmet sich das Landesmuseum der Freundschaft des Malers, Graphikers und Bildhauers (1891-1976) zu dem Filmemacher Peter Schamoni. 200 Werke des Jahrhundertkünstlers aus verschiedenen Phasen sind zusammengestellt, darunter das alptraumhafte Meisterwerk «Die Versuchung des Heiligen Antonius» (1945). Das Gemälde voller dämonischer Gestalten erinnert an mittelalterliche Bilder. Den Exponaten sind Filme Schamonis gegenübergestellt, in denen Ernst sich zur Entstehung äußert. «Er kommentiert die Werke persönlich. Er ist lebendig», sagt Schamoni. Die Schau läuft von Sonntag an bis Januar.
«Als ich Max Ernst kennenlernte, war er so alt wie ich heute», erzählt der 75-jährige Schamoni, der in den 60er Jahren zu den Vorkämpfern des Neuen Deutschen Films zählte. In den 15 Jahren der Freundschaft bis zum Tod des Genies, machte er fünf Filme über den Künstler. «Den richtigen Witz von Max Ernst habe ich erst verstanden, als ich den zweiten Film mit ihm drehte.» Darin ging es um das Werk «Maximiliana. Die widerrechtliche Ausübung der Astronomie.» In dem Maximiliana-Projekt schuf Ernst zu Ehren des Hobby-Astronomen Ernst Wilhelm Leberecht Tempel ein 34 Doppelseiten starkes Buch in einer hieroglyphenartigen Geheimschrift, in deren Mitte Sternbilder und Kalligramme zu sehen sind. Der rätselhafte Band ist Teil der Schau.
Häufig ist es die Abkehr von Ordnung, das nicht Festlegbare, das den Betrachter in Bann zieht, wie Kurator Erich Franz beschreibt. Schamoni stellt heraus, wie häufig Ernst neue Ausdrucksformen und künstlerische Stile fand. «Dass es ihm gelungen ist, sich nicht zu finden, betrachtet Max Ernst als sein einziges Verdienst», zitiert Schamoni den Freund. «Er sprach oft in der dritten Person von sich.»
In Skulpturen, Gemälden und Collagen zeigt die Schau die Vielfalt. Ernst frottierte auch die Maserung von Brettern. «Derart gewonnene Zeichnungen, sie sind jenseits von Malerei, verloren dank einer Folge von Transmutationen bei ihrem Entstehen den Charakter des verwendeten Materials», sagt der Künstler vor Schamonis Kamera. Die Leihgaben in Münster stammen aus Museen und Privatsammlungen. Kostbarkeiten sind erstmals öffentlich zu sehen. Schamoni: «Ein Bild habe erst vor vier Wochen bei einer sehr netten Dame in Paris im Schlafzimmer entdeckt.» |
























































