| Wowereit bekräftigt «klares Ja» zu Kunsthalle |
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| Samstag, 26. September 2009 um 09:09 Uhr | ||
Berlin (dpa/bb) - Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat sein «klares Ja» für eine neue Kunsthalle in Berlin bekräftigt. Zum ersten Mal stellte sich der Regierungschef am Donnerstagabend im Hamburger Bahnhof einer öffentlichen Podiumsdiskussion über das umstrittene Projekt, das auch in der rot- roten Senatskoalition auf Widerstand stößt. Auf die Haltung seines Koalitionspartners Linke angesprochen meinte Wowereit nur: «Das bleibt noch abzuwarten.» Es sei sein Ehrgeiz gewesen, die Kunsthalle noch in dieser Legislaturperiode auf den Weg zu bringen. «Das mag ja falsch gewesen sein, aber ich werde weiter dafür kämpfen.»
«Seitdem die West-Berliner Kunsthalle geschlossen wurde und die Bezirke Schwierigkeiten mit ihren kommunalen Galerien haben, gibt es eine riesige Nachfrage von jungen Künstlern, in Berlin einen zentralen Raum für ihre Kunst zu finden», begründete der Regierungschef und Kultursenator seinen Vorstoß für eine neue Kunsthalle. Es sei «eine Schande, dass sie eher in New York oder Paris ausstellen können, aber bei uns keinen angemessenen Platz finden».
Außerdem sei eine neue Kunsthalle auch eine große Chance, in Berlin wieder einmal herausragende moderne Architektur an einem zentralen Ort zu präsentieren. «Es grenzt ja schon an Langeweile, was architektonisch zurzeit in Berlin passiert, da fehlt doch das Staunen», meinte der Regierungschef.
An der Veranstaltung im Museum für Gegenwartskunst zu der Frage «Braucht Berlin eine Kunsthalle?» nahmen namhafte Künstler wie Olafur Eliasson und Monica Bonvicini sowie der Kurator Klaus Biesenbach vom Museum of Modern Art (MoMA) in New York teil. Mehrere Teilnehmer befürworteten zwar grundsätzlich eine neue Kunsthalle in Berlin, doch gab es unterschiedliche Auffassungen über Inhalte und Standort. Auf der noch bis zum Sonntag dauernden Kunstmesse Art Forum unterzeichneten 130 Galeristen einen Aufruf zum Bau einer Kunsthalle in Berlin, wie ein Teilnehmer der Podiumsdiskussion mitteilte.
Wowereit sagte, dass etwa 15 Standorte geprüft worden seien und der Humboldthafen wegen seiner zentralen Lage am besten geeignet erscheine. «Und man muss sich irgendwann einmal entscheiden.» Andere Teilnehmer warben für den ehemaligen Blumengroßmarkt in Kreuzberg, der auch für einen Erweiterungsbau des benachbarten Jüdischen Museums vorgesehen ist. Wowereit warnte davor, mit einer erneuten Standortdiskussion das gesamte Projekt zu gefährden. Finanzielle Gründe als Gegenargument ließ der Regierungschef nicht gelten, da die bisher veranschlagten 30 Millionen Euro auf mehrere Jahre verteilt erst ab 2012 den Haushalt belasteten und «auch nicht auf Kosten anderer Kultureinrichtungen gehen werden». Die jährlichen Betriebskosten sollen nach seinen Angaben etwa vier Millionen Euro betragen.
Biesenbach warb für eine «professionelle internationale Kunsthalle» in einem «visionären Gebäude», Eliasson wies auf die «extrem vielen jungen Künstler in Berlin» und die starke Galerieszene in der Stadt hin. Er begrüßte den von Wowereit favorisierten Humboldthafen. Der Künstler und frühere Geschäftsführer der Temporären Kunsthalle am Schlossplatz, Thomas Eller, meinte, dass es noch reichlichen Diskussionsbedarf zu konzeptionellen Fragen über «Inhalt und Auftrag» der neuen Kunsthalle gebe, bevor man sich schon auf einen Standort festlegen könne. «Richtig ist aber, dass wir eine permanente Kunsthalle brauchen in der Stadt. Die ganze Welt schaut nach Berlin wegen der Künstler und nicht wegen der Opernhäuser. Sie werden angelockt von einer einzigartigen Stimmung einer Stadt im Aufbruch, «die noch immer frisch und im Werden ist». |
























































