| Busch-Museum zeigt Ost-West-Karikaturen |
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| Montag, 28. September 2009 um 05:13 Uhr | ||
Hannover (dpa/lni) - Altkanzler Helmut Kohl wie Gott ihn schuf - nackt. Ein Hauch von durchsichtiger Seide umhüllt zartrosa Rundungen, die sich wie eine imposante Hügellandschaft der Erdanziehungskraft hingeben. Seine filigranen Finger umschmeichelt ein funkelnder Brillant, der sich mit dem Glanz des elfenhaften Politiker-Antlitzes in Wettstreit tritt. Engelsgleich schwebt die göttliche Kohl-Venus über die Deutsche Demokratische Republik (DDR) und erhellt den Himmel über dem tristen Anblick rauchender Schornsteine. Der selbst ernannte Vater der Deutschen Einheit bekommt in der Karikatur von Erich Sokol sein Fett weg. Die Zeichnung «Geldsegen» ist Teil der Ausstellung «Zeitenwende: Karikaturen aus Ost und West», die das Wilhelm-Busch-Museums in Hannover bis zum 21. Februar 2010 zeigt.
Anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerfalls präsentiert das Museum 90 Karikaturen zur Geschichte des geteilten Deutschlands. «Die Objekte befinden sich teilweise seit 30 Jahren in unserer Sammlung», sagte Museumssprecherin Ruth Brunngraber-Malottke. Nun war es an der Zeit, Besucher an der Sammlung teilhaben zu lassen. Angefangen vom Mauerbau bis zur friedlichen Revolution 1989 haben sich Künstler aus Ost und West immer wieder mit dem geteilten Deutschland auseinandergesetzt.
24 Karikaturisten zeigen ihre Ein- und Ansichten. So skizzieren Künstler wie der gebürtige Leipziger Andreas Mueller nicht nur den Lebensalltag der DDR-Bürger in ihren Gesellschaftssatiren. Sie verewigen in spitzfindiger Form ihre versteckte Kritik am SED-Regime auf Papier. Makaber erscheint der Trabant mit der Aufschrift «Test the West», geparkt vor der Mauer. Zumal die Ausreise verboten gewesen war und viele die Flucht aus der DDR mit ihrem Leben bezahlt haben.
Die westdeutschen Künstler sind unter anderem vertreten mit Loriot, alias Vico von Bülow, der sich als Bundesadler verewigt. Diese Karikaturen zur deutsche-deutschen Geschichte zeigten vor allem die jeweiligen Akteure in den Schaltzentren der Macht - sei es in Bonn, Berlin, Washington oder Moskau, sagt Brunngraber-Malottke. Die Werke kommentierten scharfzüngig ihre Versuche, den Gang der Ereignisse zu bestimmen. |
























































