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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Die Kühe des Bildhauers - Mataré in Kleve Von Gerd Korinthenberg, dpa PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 06. April 2010 um 20:31 Uhr

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Kleve (dpa/lnw) - Sie sind stoisch, friedlich und seit ältesten Zeiten urtümliche Begleiter des Menschen: Dass gewöhnliche Kühe auch ästhetische Eigenschaften besitzen können, hat niemand mehr als der Bildhauer Ewald Mataré deutlich gemacht. Gut vier Jahrzehnte lang hat die Kuh das Werk des 1887 in Aachen geborenen und 1965 in Büderich bei Düsseldorf gestorbenen Künstlers bestimmt, der längst zu den wichtigsten Plastikern der Klassischen Moderne gezählt wird. Bis zum 20. Juni präsentiert das Museum Kurhaus in Kleve rund 50 Werke Matarés aus einer rheinischen Privatsammlung, darunter auch viele nahezu unbekannte Arbeiten. Das Klever Museum bewahrt seit 1988 auch den Nachlass des Künstlers.

 

Der Überblick zeigt mit Plastiken aus der Zeit zwischen 1923 und 1960 sämtliche stilistischen Wege Matarés, dessen Name als Schöpfer einer Kölner Domtür und als Lehrer von Joseph Beuys bekannt ist.

 

Eine «Pietà», die der Künstler lieber «Frau mit toten Kind» nennen wollte, ist in den Urformen von Kreuz und Rechteck 1922/23 entstanden. Sie zeigt noch klar Matarés frühe Verwurzelung im Expressionismus und in der Kunst des Holzschnitts. Fast flächig wirkt auch noch die 1923 geschaffene erste Kuh-Skulptur des Corinth- Schülers, die gleichzeitig leichtfüßig und archaisch auf ihrem flachen Sockel ruht und den plastischen Titel «Windkuh» trägt.

 

Verwandeln die nächsten Plastiken in äußerster Verknappung das Rind fast zur Chiffre, kommt eine «Liegende Kuh» von 1933, dem Jahr der Entlassung des sogenannt «entarteten» Künstlers aus dem Professorenamt der Düsseldorfer Akademie, neo-klassisch und voluminös daher. Von jeder erdhaften Schwere befreit Mataré seine teils winzigen Plastiken in den Folgejahren, lässt das liegende «Kälbchen II» (um 1943) mit angezogenen Beinen zum Handschmeichler werden oder erinnert mit «Eingekauertes Rind» (1947) an die auf Grundformen reduzierte Kunst der Eiszeit-Menschen.

 

Das nur in einem einzigen Bronzeguss existierende «Liegende Kalb» von 1947 trägt - der Zeichnung des Fells nicht unähnlich - eine geometrisch-ornamentale Grundstruktur und verrät damit, wie ein Bildhauer zu seinen Kompositionen findet. Den wohl eher schelmischen Titel «Mathematik-Kuh» trägt ein anderes winziges Bronze-Rind, das ganz aus Dreieck-Formen konstruiert ist. Matarés Welt jenseits der Kühe zeigt eine Auswahl «angewandter» Kunstwerke, die der nun wieder hochgeehrte Akademie-Professor vom Eisenteller mit stolzem Hahn (1949) bis zum handschmeichlerischen Türgriff «Katze» von 1960 schafft.

 

Internet: www.museumkurhaus.de

 



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