| Wagenfelds-Industriedesign wirkt bis heute Von Vera Jansen, dpa |
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| Freitag, 09. April 2010 um 07:46 Uhr | ||
Der gebürtige Bremer Wilhelm Wagenfeld (1900-1990) gilt als Pionier des deutschen Industriedesigns. Seine 1924 in Weimar kreierte Bauhaus-Leuchte ist nahezu auf der ganzen Welt bekannt und ziert bis heute viele Wohnräume. Zum 110. Geburtstag zeigt das Bremer Wilhelm Wagenfeld Haus ab 16. April eine große Jubiläumsausstellung.
Bremen (dpa/lni) - Das Wirken des einzigartigen Industrie-Designers Wilhelm Wagenfeld (1900-1990) ist bis in die heutige Zeit aktuell. «Einige Teile von ihm sind weiter in der Produktion», sagt die Leiterin der Bremer Wilhelm Wagenfeld Stiftung, Beate Manske. Der Salzstreuer «Max und Moritz» von WMF gehört ebenso dazu wie die berühmte Bauhaus-Leuchte mit ihrer milchig weißen Glaskugel. «Die ist inzwischen in jedem zweiten Tatort-Krimi zu sehen», sagt Manske. Und die Porzellanmanufaktur Fürstenberg hat 1997 das von Wagenfeld kreierte Service 639 wieder aufgelegt. Zum 110. Geburtstag des gebürtigen Bremers zeigt das Haus ab 16. April eine große Jubiläumsausstellung.
«Wir zeigen in Ausschnitten das Schaffen Wagenfelds von 1920 bis 1990.» In dieser Vielfalt habe es noch keine Ausstellung gegeben. Erstmalig würden auch private Fotos, Schulzeugnisse, Briefe und andere Dokumente gezeigt. «Wir wollen Einblicke in die Persönlichkeit des zu Lebzeiten sehr zurückhaltenden Designers geben», sagt Manske. «Bremer wissen oft gar nicht, dass er einer von ihnen war.» Leihgaben von der Familie und Sammlern ergänzen für die Ausstellung den ohnehin schon großen Schatz des Hauses. Die Wilhelm Wagenfeld Stiftung besitzt mit mehr als 5000 Objekten und einigen hundert Zeichnungen die größte Sammlung.
Für Wagenfeld habe immer die Brauchbarkeit der Dinge und der Nutzen für den Käufer im Vordergrund gestanden, sagt Manske. Sie sollten nicht nur schön aussehen, sondern auch handlich sein. «Ihm war es wichtig, dass seine Kreationen gerne benutzt und als angenehm empfunden wurden.» Auch habe Wagenfeld immer an der Verbesserung eines von ihm geschaffenen Stücks gearbeitet. «Er war ein absoluter Perfektionist und nie zufrieden.» Die Bauhaus-Leuchte, 1924 für die Lindner GmbH, Bamberg kreiert, startete erst nach ihrer Wiederauflage ihren Siegeszug um die Welt. Die Bremer Tecnolumen GmbH & Co KG brachte die Leuchte 1980 auf den Markt. Auch online kann man die Lampe bestellen.
Wilhelm Wagenfeld wurde am 15. April 1900 in Bremen geboren und verbrachte seine Schulzeit in der Hansestadt. 1914 begann er seine Lehre zum Silberschmied in der Bremer Silberwarenfabrik Koch & Bergfeld und besuchte von 1916 bis 1919 die Kunstgewerbeschule der Stadt. 1923 bis 1925 arbeitete er am Bauhaus in Weimar. Als einziger Bauhaus-Schüler habe er auf die Serienproduktion in der Großindustrie entscheidenden Einfluss gehabt, sagt Manske. «So wurde er zum Pionier des deutschen Industriedesigns.» Von 1949 an lebte er in Stuttgart und eröffnet dort 1954 die Werkstatt Wagenfeld. Dort starb er am 28. Mai 1990.
Zu seinen bekanntesten Schöpfungen gehören außerdem die feuerfesten «Jenaer Glas»-Schüsseln, das Pelikan-Tintenfass und zahlreiche Edelstahlteile wie die Butterdose und die Eierbecher für WMF. Für die Lufthansa entwarf er 1955 das erste Bordgeschirr aus Kunststoff. «Es war sehr elegant geformt und ist damals bei den Fluggästen gut angekommen», berichtet Manske. Das Bremer Wagenfeld Haus gibt es seit 1998. Es liegt an der Kulturmeile der Stadt - gegenüber ist das Gerhard-Marcks-Haus und wenige Meter davon entfernt die Kunsthalle. In mehreren kleineren Räumen stehen zusammen rund 350 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung. Die letzte Wagenfeld-Ausstellung war im Jahr 2000. Manske hofft für die bis zum 12. September zu sehende Jubiläumsausstellung auf 20 000 bis 30 000 Besucher. «Wagenfeld genießt internationales Renommee, und es kommen immer Besucher aus ganz Europa.» (Internet:www.wwh-bremen.de; Öffnungszeiten ab 16. April: dienstags 15 bis 21 Uhr, mittwochs bis sonntags 10 bis 18 Uhr) [Wilhelm Wagenfeld Haus]: Am Wall 209, 28195 Bremen dpa ja yyni a3 let
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