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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Französische KZ-Häftlinge malten Aschenputtel PDF Drucken E-Mail
Montag, 12. April 2010 um 21:15 Uhr

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Nordhausen (dpa) - In einer «Hölle auf Erden» haben 1944 zwei französische KZ-Häftlinge zarte Gipsfresken mit arkadischen Landschaften und Szenen aus Aschenputtel gemalt. Wenige Wochen später waren Georges Sanchidrian und Tanguy Tolila-Croissant tot, ihr künstlerisches Vermächtnis rund 50 Jahre verschollen. Seit Montag zeigt die KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora bei Nordhausen erstmals die im Vorjahr per Zufall wiederentdeckten Bilder aus dem Außenlager Ellrich-Juliushütte. Die Sonderschau mit den restaurierten farbigen Wandbildern ist Teil der Gedenkveranstaltungen zum 65. Jahrestag der Befreiung des Lagers.

 

Unter den Überlebenden und Angehörigen, die der bis zu 28 000 Toten von Mittelbau-Dora gedachten, war auch der Neffe von Tolila- Croissant. Seine Eltern gaben ihm den Vornamen des Onkels, der am 30. Dezember 1944 im Alter von nur 19 Jahren an der schweren Zwangsarbeit und der Ruhr gestorben ist.

 

Die 2009 von Gedenkstätten-Direktor Jens-Christian Wagner im Deutschen Historischen Museum in Berlin per Zufall entdeckten Fresken offenbaren den Umgang mit Geschichte nach 1945 auf beiden Seiten der innerdeutschen Grenze. Ellrich-Juliushütte im Südharz, genau auf Trennlinie gelegen, musste im Osten Platz für die Grenzanlagen machen, erzählte Wagner. Im Westen wurden die letzten Relikte abgerissen, um den «Schandfleck» loszuwerden, wie das ehemalige Lager dort genannt wurde.

 

1951 hatte ein französischer KZ-Überlebender Fotos von den Wandbildern gemacht - so wusste die Gedenkstätte von den Arbeiten. Vor dem Abriss stellte das Ostberliner Museum für Deutsche Geschichte die Fragmente sicher, die Jahrzehnte verschollen blieben.

 

Internet: www.dora.de

 



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