| Städte-Kooperation möchte Campendonk-Nachlass kaufen |
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| Donnerstag, 15. April 2010 um 07:09 Uhr | ||
Krefeld (dpa/lnw) - Die Städte Krefeld, München und Penzberg in Oberbayern wollen gemeinsam den Nachlass des expressionistischen Künstlers Heinrich Campendonk (1889-1957) kaufen. Insgesamt sollen die rund 90 Werke des Mitglieds der bedeutenden Malergruppe «Blauer Reiter» rund vier Millionen Euro kosten, sagte der Krefelder Kulturdezernent Roland Schneider am Mittwoch. Angeboten werde das Konvolut aus acht Ölgemälden sowie Hinterglasbildern und zahlreichen Aquarellen und Zeichnungen von der Familie des Künstlers.
Da weder Krefeld noch die beiden bayerischen Kommunen allein genügend Geld aufbringen können, plane man nun intensiv den gemeinsamen Ankauf, sagte Schneider der dpa. Gezeigt werden sollen die Kunstwerke des in Krefeld geborenen Künstlers künftig im dortigen Kunstmuseum, dem Lenbachhaus in München und dem Museum der Bergbaustadt Penzberg, die Campendonk 1918/19 in mehreren Werken zum Thema gemacht hat.
Noch seien allerdings die Aufteilung der Kaufsumme sowie weitere «Modalitäten» der kommunalen Kunst-Kooperation nicht geklärt, erklärte der Krefelder Kulturdezernent. Die Kulturstiftung der Länder, die ihr Interesse an der Gemeinschaftsaktion unterstrichen habe, wolle 400 000 Euro zur Verfügung stellen. Im Stadtrat von Penzberg war Mitte März der alleinige Ankauf des Nachlasses abgelehnt worden.
Campendonk war 1912 durch Kandinsky und Marc zu der Expressionisten-Gruppe «Blauer Reiter» gestoßen und hatte sich an deren Ausstellungen beteiligt. Er wird auch zu der Gruppe der «Rheinischen Expressionisten» gezählt und lehrte - nach einem längeren Aufenthalt in Bayern - bis zu seiner Entlassung durch die Nationalsozialisten 1933 an der Düsseldorfer Kunstakademie. Auf der Propagandaschau «Entartete Kunst» 1937 wurden mehrere Werke des Malers gezeigt, der aus dem niederländischen Exil nicht mehr nach Deutschland zurückgekehrt ist.
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