| Dresdner Kunstsammlungen feiert Jubiläum mit Sonderschau Von Simona Block, dpa |
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| Donnerstag, 15. April 2010 um 07:09 Uhr | ||
Dresden (dpa) - Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden feiern ihr 450-jähriges Bestehen. Eine Sonderausstellung «Zukunft seit 1560» mit rund 350 Exponaten im Residenzschloss belegt bis zum 7. November die Entwicklung von der kurfürstlichen Kunstkammer zum modernen Museumsverbund. Die Präsentation sei eine Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte, sagte Generaldirektor Martin Roth am Mittwoch in Dresden. Sie wird am Samstag eröffnet und ist von 22.00 Uhr bis 2.00 Uhr kostenfrei zugänglich. Das Jubiläum sei Anlass für einen Blick zurück und nach vorn gleichermaßen. Kunstministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) würdigte die Institution als «Flaggschiff der sächsischen Kultur» und Kulturbotschafter.
Mit ihrer «beeindruckenden Historie» stünden sie für kulturelle Identität in einem Land, das viele Umwälzungen und Umbrüche erlitten habe. Die Sammlungsgeschichte zeige, dass Kunst und Wissenschaft untrennbar miteinander verbunden waren. «Forscherdrang und Repräsentationsgedanke bedingten sich und bildeten das Fundament für die kulturelle, wissenschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung des Freistaates.» Dieses reiche kulturelle Erbe als Teil der sächsischen Identität sei Vermächtnis und Verpflichtung zugleich und die Politik gefordert, dieses für künftige Generationen zu erschließen, junge Menschen dafür zu interessieren und neue Sichtweisen zu sammeln.
Die Ausstellung zeige in fünf Abteilungen Phänomene, die zu allen Zeiten den Umgang mit den Sammlungen bestimmten, sagte Kuratorin Karin Kolb. «Sie visualisiert den Zukunftsgedanken als treibende Kraft der Entwicklung. In den einstigen Paraderäumen von Kurfürst August dem Starken (1670-1733), die letztmalig vor der Rekonstruktion zugänglich sind, stehen handwerkliche und naturwissenschaftliche Objekte neben Kuriositäten und Werken bildender Kunst. Die Palette reicht von einer 4,5 Meter langen, prunkvoll verzierten Drahtziehbank zur Herstellung von Silberdraht aus dem 16. Jahrhundert bis zu dem Bild «The Thinker» des US-amerikanischen Künstlers Jeff Wall von 1986.
Dazwischen zeugen Exponate vom Verlangen nach Machtentfaltung und Besitzstreben, von Wissensdrang und vernetztem Denken sowie Verlust. Thematisiert werden auch der negative Einfluss von Kriegen und das belastende Erbe der Nazizeit. Sechs Gemälde der Klassischen Moderne, die 1937 in der Nazi-Aktion «Entartete Kunst» beschlagnahmt wurden, kehrten für die Schau nach Dresden zurück. Sie gehören zu Leihgaben aus dem In- und Ausland, wie das Bild «Maria als Schmerzensmutter» von Albrecht Dürer aus der Münchner Alten Pinakothek. Für die Dauer der Ausstellung ist es erstmals nach der Trennung vor mehr als 420 Jahren wieder mit den dazugehörigen Tafeln «Die sieben Schmerzen der Maria» vereint, die sich in der Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister befinden.
Zum Jubiläum erscheinen eine Chronologie der Sammlungen, das Katalogbuch zur Ausstellung und eine Anthologie mit Texten von Goethe bis Tellkamp (Deutscher Kunstverlag, 48 Euro im Museum/58 Euro im Buchhandel).
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