| «Wie eine Museumseröffnung» - Rauch-Ausstellung startet |
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| Donnerstag, 15. April 2010 um 07:09 Uhr | ||
München (dpa/lby) - So viel Aufregung hat eine Ausstellung in der Münchner Pinakothek der Moderne selten ausgelöst. «Das ist eher wie eine Museumseröffnung», sagt Pinakotheken-Sprecherin Tine Nehler. Journalisten und Sammler geben sich schon vor der offiziellen Eröffnung die Klinke in die Hand. An diesem Montag (19. April) wird die Ausstellung «Begleiter» eröffnet - eine Neo Rauch-Retrospektive, die einen Überblick über das Werk des Star-Malers geben soll, der an diesem Sonntag seinen 50. Geburtstag feiert.
«Ich bin ja seltsamerweise schon mit einer solchen Fülle von Retrospektiven ausgestattet worden, dass ich mich manchmal fragen muss, wie alt ich eigentlich tatsächlich bin», sagte Rauch im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa in München.
«Meine Einschätzung, was Neo Rauch angeht, ist mit den Jahren sicherer geworden», betonte der Kurator der Ausstellung, Bernhart Schwenk, der bereits im Jahr 2001 eine große Rauch-Ausstellung im Münchner Haus der Kunst organisiert hatte. Rauch werde auch in Zukunft als wichtiger Künstler anerkannt sein, ist er sich sicher. «In der Malerei, in seiner Generation - da gibt es nicht viele.»
Komplexer sei die Arbeit Rauchs mit den Jahren geworden, sagte Schwenk. «Es gibt immer mehr sich überlappende Bildausschnitte und keine Hierarchien mehr zwischen den Ebenen.»
Das hat auch Rauch selbst bemerkt: «Die Mannigfaltigkeit des zuströmenden Materials, die setzt mir offenbar zu und ich lasse mich aber eben auch darauf ein», sagte er der dpa. «Ich habe mich ja auch in Entwicklungsstadien aufgehalten, in denen ich mir eine striktere Ordnung auferlegt habe, eine straffere Bündelung und eine rigorosere Auslichtung der Materialströme». Aber er habe sich weiter entwickelt und das sei auch richtig und wichtig so. «Man kann sich selber zu einer Marke herunterstutzen, wenn man einfach Stanzformen dann produziert.»
Die Ausstellung in München dokumentiert diese Entwicklung des bedeutendsten Vertreters der Leipziger Schule, dessen Spezialität die Verfremdung und die Kombination ganz alltäglicher Bilder und Geschehnisse zu absurden Situationen ist. Gezeigt werden auch ganz neue Bilder frisch aus dem Atelier wie das erst in diesem Jahr entstandene «Kalimuna» oder «Über Tage», das Rauch ebenfalls erst 2010 auf die Leinwand brachte.
Mit den Machern der Ausstellung in Leipzig, die ebenfalls zum Geburtstag des Künstlers startet, habe es keine Konflikte um die Bildauswahl gegeben, sagte Schwenk. Er habe beispielsweise ganz bewusst kleinere Werker ausgewählt. Ansehen solle man sich aber am besten beide, betonte er. Die Doppelausstellung endet in beiden Städten am 15. August.
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