| Erbin schenkt Museum unbekanntes Dix-Gemälde |
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| Montag, 19. April 2010 um 07:05 Uhr | ||
Gera (dpa/th) - Die Kunstsammlung Gera kann sich über ein bisher nie ausgestelltes Gemälde von Otto Dix (1891-1969) freuen. Das Bild «Die Heilung des Blinden (Christus als Arzt)» malte der Geraer Maler 1945 als Insasse im französischen Kriegsgefangenenlager, teilte die Stadt am Samstag mit. Entstanden sei das Gemälde auf Bitten des deutschen Lagerarztes Lambert Heussen, der den Künstler zu dem christlichen Thema anregte. Es blieb bis zum Tode Heussens 2001 in dessen Privatbesitz. Seine Tochter übergab das 58 mal 72 Zentimeter große Gemälde am Samstag als Dauerleihgabe der Kunstsammlung Gera. Es wird nun erstmals öffentlich im Otto-Dix-Haus ausgestellt.
Heussen, der Bataillonsarzt im Badener Land war, war laut Kunstsammlung in der Endphase des Zweiten Weltkrieges im französischen Gefangenenlager in Logelbach bei Colmar im Elsass als deutscher Lagerarzt interniert worden. Dix, der im März 1945 noch zum Volkssturm eingezogen wurde, kam wenige Wochen später in das selbe Lager. Er erfüllte allen Ärzten des Lagers Bilderwünsche. Heussen bat ihn, Christus als Arzt zu malen.
Als Leinwand besorgte der Arzt Dix ein weißes Leinenbetttuch. Der Künstler malte Christus, wie er sich dem um Heilungen bittenden blinden Bartimäus widmet, der als Bettler in der verfluchten Stadt Jericho lebt. Dix und Heussen wurden im Februar 1946 aus der Gefangenschaft entlassen und sahen sich nie wieder. Dix verwendete das Motiv laut Kunstsammlung später aber noch einmal: Es wurde als Lithographie Teil einer 33 Blatt starken Folge zum Matthäus- Evangelium.
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