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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




artefacti® - Dies ist der Onlineshop des Altenburger Künstlers Michael Külbel. Hier können Sie die abstrakte Kunst des Künstlers direkt erwerben. Jedes Bild ein Unikat. Kein Bild wird mehrfach angefertigt. Der Künstler verfügt über eine aussagekräftige Vita, hatte zahlreiche Ausstellungen und einige Großprojekte. Mehr über den Künstler und seine abstrakte Kunst erfahren Sie auf seiner website www.mk4art.de

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Kunst & Kultur

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Olafur Eliasson: Kunst ist, was Menschen mit ihr machen PDF Drucken E-Mail
Montag, 26. April 2010 um 07:27 Uhr

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Berlin (dpa) - Olafur Eliasson (43) gehört zu den weltweit wichtigsten und innovativsten Künstlern der Gegenwart. Seit 1994 arbeitet der Däne isländischer Abstammung in Berlin. Kommende Woche eröffnet seine erste große Einzelausstellung in der Bundeshauptstadt. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa spricht er über seine Kunst, die Erwartungen ans Publikum und die Faszination der Kulturstadt Berlin.

 

Ihre Ausstellung heißt «Innen Stadt Außen». Was soll das heißen?  

 

Eliasson: «Ich will eine Beziehung schaffen zwischen dem, was im Museum los ist, und dem, was draußen passiert. In den letzten Jahren habe ich einige Ausstellungen gemacht, bei denen es eine zunehmende Trennung zwischen innen und außen gab, weil die Museen die Ausstellung sehr stark vermarktet haben.

 

Hier in Berlin sind die Grenzen nicht so deutlich zu spüren. Ich möchte, dass die Menschen ihre Erwartungen, ihre eigene persönliche Geschichte mit ins Museum reinbringen und als Teil der Ausstellung sehen. Und dann sollen sie ihre Erinnerungen an das, was sie gesehen haben, wieder mit hinaustragen in die Gesellschaft. Man könnte die Ausstellung auch als ein Mikroskop verstehen, in dem die Gesellschaft unter die Lupe genommen wird - eine Art Wirklichkeitsmaschine.»

 

Sie haben bei Ihren Werken draußen etwa Treibholz in der Stadt verteilt oder Kreidelinien auf den Boden gezogen. Woran merkt das Publikum, dass es um Kunst geht?  

 

Eliasson: «Mir ist es nicht wichtig, dass man beim Hingucken genau weiß: Ach, das ist ein Kunstwerk und das nicht. Schließlich geht es ja nicht darum, was Kunst ist, sondern was Kunst tut, was sie den Menschen anbietet.

 

Es ist ja auch möglich, dass ein Objekt 100 Jahre lang nicht als Kunstwerk betrachtet wird und dann vielleicht zehn Jahre als eines gesehen wird - und dann wieder nicht mehr. Die einzigen, die das zu verhindern versuchen, sind natürlich Museen und Sammler.

 

Für mich ist die Frage wichtig: Wie kann ich das, was ich mache, kausal in die Gesellschaft einbinden? Welche Konsequenzen hat das, was ich tue und denke und sage, für die Welt, in der wir leben? Für mich ist wichtig, wie die Menschen ein Kunstwerk erleben, ob es sie beeinflusst, rührt, inspiriert. Ob sie es dann tatsächlich Kunst nennen oder nicht, spielt keine so große Rolle.»

 

Das heißt, Sie erwarten auch viel von ihrem Publikum?  

 

Eliasson: «Ja natürlich. Ich kann das zwar selbst nicht mehr beeinflussen, nachdem ich das, was ich mache, gemacht habe. Aber die Reaktion der Menschen ist mir sehr wichtig. Gäbe es keine Leute, würde ich auch nicht das tun, was ich tue. Das wäre, als würde ich Maschinen produzieren und es gäbe keinen, der sie braucht, keinen Benutzer, keinen Interessenten. Deswegen trenne ich das gar nicht. Ich rede nicht erst über meine Arbeit und dann über die Menschen, sondern ich rede über die Erlebnisse, die die Menschen mit meiner Arbeit haben.»

 

Gibt es etwas, was Sie mit ihren Werken erreichen möchten?  

 

Eliasson: «Ich möchte eine kritische Haltung schaffen, in der sich die Menschen einerseits als Teil der Gesellschaft verstehen, aber andererseits auch als einzigartig und individuell. Die zwei Sachen werden ja in der Politik oft gegeneinander ausgespielt.

 

Aber ich glaube, dass Kunst ein Bindeglied für beides sein könnte. Sie kann zeigen, dass die gesellschaftlichen Werte, die wir oft so selbstverständlich nehmen, nicht von Gott oder der Natur vorgegeben sind, sondern dass sie sich durch unsere Geschichte entwickelt haben, dass es kulturell gewachsene Produkte sind. Und damit sind sie auch verhandelbar.»

 

Warum ist für Sie Berlin so ein guter Resonanzboden für Kunst?  

 

Eliasson: «Ich bin in Dänemark und Island aufgewachsen, und da war es schwierig, sich in einen größeren künstlerischen Zusammenhang einzubringen. Berlin dagegen war Anfang der 90er Jahre eine Stadt, in der es unglaubliche Aufbrüche und Veränderungen gab, und das hat mich damals sehr inspiriert - vor allem die Tatsache, dass man als junger Mensch die Stadt mitgestalten, mitbeeinflussen konnte.

Andere Städte sind ja auch toll. New York zum Beispiel. Aber New York lässt sich wenig von deiner Teilnahme beeinflussen. Irgendwie ist alles schon sehr festgefahren und wird von Geld und privatisierten Räumen gesteuert.

 

In Berlin ist noch vieles fließend. Natürlich gibt es hier auch statische Kräfte und repressive Machtstrukturen. Aber es gibt noch viel offenen Raum, viele Möglichkeiten, sich selbst zu organisieren. Jetzt muss man nur aufpassen, dass die Stadt nicht vom Kommerz eingeholt wird und ihr größtes Potenzial verliert - nämlich die unglaubliche Vielfalt im kreativen Bereich.»

 

Interview: Nada Weigelt, dpa

 

http://www.olafureliasson.net

 



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