| Nun doch keine Stalin-Plakate in Moskau |
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| Freitag, 30. April 2010 um 06:54 Uhr | ||
Moskau (dpa) - Im Streit um Plakate mit dem Porträt des Sowjetdiktators Josef Stalin hat der Kreml offensichtlich ein Machtwort gesprochen und diese Würdigung in Moskau verboten. Bei den Feiern zum 65. Jahrestag des Sieges über Hitler-Deutschland am 9. Mai soll es aus Rücksicht auf internationale Gäste wie Kanzlerin Angela Merkel auf den Straßen keine großen Stalin-Poster geben. Allerdings würden die Bilder des «Massenmörders» an einem Treffpunkt von Veteranen und in einer Ausstellung zu sehen sein, schrieb die Zeitung «Kommersant» am Donnerstag. In anderen Städten wie etwa Wladiwostok seien die Stalin-Plakate aber bereits aufgestellt.
Kremlchef Dmitri Medwedew hatte zuletzt wiederholt Terror und Repression unter Stalin verurteilt. Die Zeitung «Wedomosti» berichtete, dass der Kreml den Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow, einen starken Befürworter der Stalin-Aktion, jetzt in die Schranken gewiesen habe. Luschkow hatte ungeachtet der Kritik des Kreml sowie ranghoher russischer Politiker auf Wunsch von Veteranen an den Plänen bis zuletzt festgehalten. Seine Vertreterin Ljudmila Schwezowa sagte nun, dass die Veteranen aus Angst vor Vandalismus selbst die Plakate nicht mehr aufhängen lassen wollten.
Medwedew hatte nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa Merkel persönlich zugesichert, dass es am 9. Mai keine offiziellen Stalin-Plakate geben werde. In Moskau war befürchtet worden, dass ausländische Staatsgäste ihre Teilnahme an den Siegesfeiern wegen der Stalin-Würdigung absagen.
Trotzdem werden Kriegsveteranen wie traditionell jedes Jahr eigene Stalin-Bilder durch die Stadt tragen. Sie sehen den Diktator weiter als Helden, der die Sowjetunion zum Sieg über Hitler geführt habe. Dagegen betonte etwa auch der russische Kulturminister Alexander Awdejew, dass allein die sowjetische Bevölkerung Hitler besiegt habe. Die russische Gesellschaft ist bis heute tief gespalten im Umgang mit Stalin. Historiker machen ihn für den Tod von Millionen von Menschen unter anderem auch in Straflagern (Gulag) verantwortlich.
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