| Prachtvolle Präsentation deutscher Fayencen |
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| Freitag, 30. April 2010 um 06:54 Uhr | ||
Höchstädt (dpa/lby) - Wunderwerke aus Tonkeramik, sogenannte Fayencen, zeigt das im schwäbischen Höchstädt neu eröffnete Museum für diese Kunstrichtung. Da ist ein Vogelkäfig aus der Manufaktur Hannoversch-Münden um 1760, eine raumhohe Kachelofennische oder ein außergewöhnlicher Tischbrunnen in Form eines Fisches zu bestaunen. Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) sprach bei der Eröffnung am Donnerstag nach Angaben des Ministeriums von einer der größten und bedeutendsten Fayencen-Sammlungen in Europa mit einzigartiger Vielfältigkeit.
Die Fayence, auch kleine Schwester des Porzellans genannt, entstand einst aus dem Versuch, das teure importierte Luxusgeschirr aus China oder Japan nachzuahmen. Als preiswerte Alternative verbreitete sich die Fayence rasch in ganz Europa. Die Herstellung der Fayence - das Formen, Trocknen, Brennen und Glasieren - gleicht der von Porzellan. In Deutschland gab es im 17. und 18. Jahrhundert rund 80 Fayence-Manufakturen, in denen Geschirr für den Alltag bis hin zu kostbaren Prunkstücken gefertigt wurden. Ihren französischen Namen erhielt die Keramik von der italienischen Stadt Faenza südlich von Florenz.
Ein Ausstellungsrundgang in Höchstädt bietet einen lebendigen Überblick über Geschichte und Technik der Fayence, informiert über Produktionsweise und Produkte der Manufakturen und macht die historische Bedeutung der Fayence für die Tafel- und Wohnkultur anschaulich. Das Museum zeigt dazu eine prachtvoll gedeckte Tafel mit kunstvoll glasierten Fayencen. Die im 17. Jahrhundert aufkommende Mode des Kaffee- und Teetrinkens wird in einem Kaffeehaus nachgestellt. Später wurde die Fayence vom derben Steingut abgelöst.
http://www.schloss-hoechstaedt.de
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