| Endspurt bei Frida Kahlo: Vier Stunden warten |
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| Montag, 02. August 2010 um 07:47 Uhr | ||
Berlin (dpa/bb) - Zum Abschluss der Frida-Kahlo-Ausstellung in Berlin erwartet der Martin-Gropius-Bau nochmals einen Besucheransturm. «Erfahrungsgemäß gibt es zum Ende einen ganz großen Run von Leuten, die es bisher noch nicht geschafft haben», sagte Museumsdirektor Gereon Sievernich der Nachrichtenagentur dpa. «Wir haben bisher schon weit über 200 000 Besucher. Die Ausstellung ist fast so ein Besuchermagnet wie eine Picasso-Schau.»
Die Retrospektive der legendären mexikanischen Künstlerin geht am 9. August nach 14 Wochen zu Ende. Obwohl der Gropius-Bau wegen des Ansturms täglich öffnet und die Kassenzeiten bis zehn Uhr abends verlängert hat, gibt es endlose Warteschlangen. Derzeit müssten die Besucher bis zu vier Stunden anstehen, sagte Sievernich. «Das ist eine Resonanz, mit der wir nicht gerechnet haben.» Dennoch werde das Haus auch in den verbleibenden Tagen alles tun, um möglichst vielen Interessenten Einlass zu gewähren.
Die große Anziehungskraft Kahlos (1907-1954) ist nach Einschätzung von Sievernich nicht nur durch ihre Kunst, sondern auch durch ihr bewegtes Leben zu erklären. «Ihre ungemeine Kraft und ihr Kampf gegen das Leiden sind offensichtlich sehr beeindruckend», sagte er. «Vielleicht entdecken viele in Kahlo etwas, was sie auch selbst gern erlebt hätten, aber nicht erleben können.»
Die Ausnahmekünstlerin, die zeitlebens an den Folgen eines schweren Verkehrsunfalls litt, hatte durch zwei turbulente Ehen mit dem Maler Diego Rivera (1886-1957) und zahlreiche Liebschaften immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. So hatte sie etwa eine Affäre mit dem russischen Revolutionär Leo Trotzki und mit dem Berliner Kunstsammler Heinz Berggruen.
In ihren farbintensiven, symbolträchtigen Bildern verarbeitet die Tochter eines deutschen Einwanderers vor allem ihr lebenslanges Leiden nach dem Verkehrsunfall und ihre Kinderlosigkeit. Sie zählt zu den populärsten Malerinnen der Moderne. Die Ausstellung im Gropius- Bau ist die bisher größte Retrospektive, die in Deutschland das Lebenswerk der Mexikanerin beleuchtet.
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