| Worpswedes Museen sollen moderner werden |
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| Freitag, 06. August 2010 um 08:35 Uhr | ||
Das legendäre Künstlerdorf Worpswede wird für neun Millionen Euro saniert. Bis Ende 2013 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Der Ort will so wieder attraktiver für Touristen und junge Künstler werden.
Worpswede (dpa/lni) - Die Museen in dem legendären Künstlerdorf Worpswede bei Bremen werden bis Ende 2013 für neun Millionen Euro modernisiert. So sollen mehr Touristen und jüngere Künstler angezogen werden. Die Umsetzung des «Masterplans Worpswede» habe begonnen, sagte Niedersachsens Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) am Donnerstag bei ihrem ersten Besuch in dem Dorf. Die Museumslandschaft werde ein «modernes Konzept» erhalten. «Es sollen neue Ideen umgesetzt werden, wie dieser weltbekannte Ort lebendig bleiben kann.»
Die 1889 gegründete Künstlerkolonie ist bis heute eng verbunden mit den Gründern Otto Modersohn, Paula Modersohn-Becker, Heinrich Vogeler und Fritz Mackensen. Von den neun Millionen Euro, die in die Restaurierung der Gebäude und Gärten fließen sollen, kommen rund sechs Millionen Euro von der EU. Zugleich wollen die Häuser enger zusammenarbeiten und haben sich zum Worpsweder Museumsverbund zusammengeschlossen. «Wir wollen gemeinsam ein übergreifendes Ausstellungskonzept realisieren», sagte die künstlerische Leiterin Sabine Schlenker.
Renoviert werden unter anderem die Große Kunstschau, das Haus im Schluh, der Barkenhoff und die Kunsthalle. Dabei wird auch die Technik zur Klimatisierung und Sicherung erneuert. Auch ein zentrales Informationszentrum soll entstehen, das den Besuchern einen guten Überblick über die kulturellen Höhepunkte Worpswedes verschafft.
Mit der Modernisierung will Worpswede wieder mehr Besucher an den Rand des Teufelsmoores locken, denn in den vergangenen Jahren war die Zahl nach Angaben des Museumsverbundes leicht zurückgegangen. Etwa 300 000 Tagesbesucher jährlich sind es derzeit, die Übernachtungen liegen bei 50 000. Zugleich hofft Worpswede, wieder mehr junge Künstler gewinnen zu können. Der Altersdurchschnitt der rund 150 Künstler, die in Worpswede leben und arbeiten, sei relativ hoch, erklärte Bürgermeister Stefan Schwenke (parteilos).
Im vergangenen Jahr hatte die Landesregierung entschieden, die Stipendien-Fördergelder für Worpswede zu streichen und nach Lüneburg zu vergeben. Die SPD-Landtagsfraktion kritisierte anlässlich des Besuches der Ministerin in dem Ort, bis heute sei kein adäquater Ersatz für die Künstlerförderung geschaffen worden. Sie werde nun «intensive Gespräche» in Worpswede und Lüneburg führen, betonte Wanka. Erst dann könne beschlossen werden, wie es genau weitergehen werde.
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