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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Hofmaler Lisiewsky kommt zu später Ehre Sophia-Caroline Kosel, dpa PDF Drucken E-Mail
Montag, 09. August 2010 um 06:50 Uhr

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Modell sitzen war bei ihm kein Zuckerschlecken. Doch dafür kann sich das Ergebnis noch heute sehen lassen. Zwei Museen zeigen erstmals Werke von Christoph Friedrich Reinhold Lisiewsky, einem Hofmaler des 18. Jahrhunderts.

 

Dessau-Roßlau (dpa) - Ein Hofmaler kommt zu später Ehre: Die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz und das Staatliche Museum Schwerin haben erstmals das Werk des Porträtmalers Christoph Friedrich Reinhold Lisiewsky (1725-1794) zusammengetragen. «Wir haben unglaublich viel recherchiert und Bilder aus dem letzten Winkel aufgetrieben», sagte Kurator Wolfgang Savelsberg von der Kulturstiftung DessauWörlitz der dpa. In Schloss Mosigkau in Dessau- Roßlau ist vom 29. August bis 31. Oktober die Schau «Teure Köpfe» mit 150 Gemälden von Lisiewsky zu sehen. Danach wandert sie zu den Kunstsammlungen Schwerin (10.12.2010 - 06.03.2011).

 

Lisiewsky entstammte einer Malerfamilie polnischen Ursprungs. Er war von 1752 bis 1772 Hofmaler im Fürstentum Anhalt-Dessau. In jener Zeit reiste er auch nach Dresden und Leipzig, um etwa Kaufleute und Theologen zur porträtieren. Nach einer sieben Jahre dauernden Schaffensperiode in seiner Heimat Berlin zog er 1778 weiter gen Norden: Er wurde Porträtmaler am mecklenburgischen Fürstenhaus in Ludwigslust. 18 Jahre lang wirkte er dort - bis zu seinem Tod.

 

Die Schau zeigt nun seine Porträts von Friedrich Herzog zu Mecklenburg-Schwerin und Fürst Franz von Anhalt-Dessau, aber auch von Friedrich dem Großen, Johann Sebastian Bach sowie Bürgern aus Leipzig und Adeligen aus Preußen. Im Vergleich zu seinen Zeitgenossen habe er ein verhältnismäßig kleines Werk geschaffen, sagte Savelsberg. Er zähle dennoch zu den bedeutendsten Porträtmalern des 18. Jahrhunderts in Deutschland.

 

Lisiewsky war bislang nicht im Fokus der Kunstwelt. «Wir haben ihn richtig erforscht. Es gab weder ein Werksverzeichnis noch einen Aufsatz über ihn», sagte der Experte von der Kulturstiftung Dessau- Wörlitz. Die Ausstellungsmacher - zusammen mit Savelsberg kuratiert der Berliner Kunsthistoriker Helmut Börsch-Supan die Schau - erkundeten sogar den richtigen Namen des Künstlers: Weil er Christoph mit «Ch.» abkürzte, wurde Lisiewsky bislang immer Christian genannt. «Wir haben die Taufurkunde gefunden», sagte Savelsberg.

 

Als «Resultat unermesslichen Fleißes und den Triumph der Prosa in der Malerei» bezeichnete der Bildhauer Johann Gottfried Schadow ein Werk seines malenden Zeitgenossen. «Er hat sehr arbeitsaufwendig porträtiert, was sogar seinen Modellen auf den Keks ging. Sie mussten oft siebenmal antreten - bei anderen Malern hingegen nur einmal», sagte Savelsberg. In den Gemälden sei jede Feinheit zu erkennen, die Porträtierten seien fast greifbar.

 

«Während die Maler im Spätbarock idealisierten und ihre Modelle mit Herrschafts- und Hoheitszeichen, Orden und Rüstung zeigten, wollte Lisiewsky den Menschen mit all seinen Eigenarten erfassen und nicht idealisieren», sagte der Kurator. So habe er den Anhaltischen Fürsten Franz nicht mit seinen Herrschafts-Zeichen abgebildet, sondern «einfach im blauen Rock als Mensch».

 



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