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Abstrakte Kunst


von Michael Külbel




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Kunst & Kultur

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Kulturhauptstadt Pécs trotzt der Kritik Von Georg Ismar, dpa PDF Drucken E-Mail
Samstag, 14. August 2010 um 11:25 Uhr

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Im Schatten von Istanbul und dem Ruhrgebiet hat es die ungarische Stadt Pécs schwer, als dritte europäische Kulturhauptstadt 2010 wahrgenommen zu werden. Aber nach heftigen Startproblemen spürt die Stadt den Tourismus-Effekt.

 

Pécs (dpa) - Diana Bóbics sitzt in einer Galerie am Marktplatz von Pécs, durch das Bild hinter ihr verläuft diagonal der Schriftzug «schön». «Es gibt plötzlich Gelder für Kultur, viele Künstler kommen und bleiben hier», erzählt die Malerin. Die 33-Jährige hat sicher wenig gemein mit Helmut Heil, dem Vizepräsidenten der deutschen Minderheit, der mehr auf Folklore denn auf Modernes setzt. Beide verbindet aber der Stolz, dass es der ungarischen Stadt gelungen ist, über den Titel der Kulturhauptstadt Aufbruchstimmung zu verbreiten - nach heftigen Startproblemen betont man in Pécs nun die Erfolge.

 

Fehlendes Geld, nicht rechtzeitig fertig gewordene Bauten und Ärger bei der Einbindung der Minderheiten - der Start wurde in Ungarn kritisch beäugt und das Projekt «Pécs 2010» als zum Scheitern verurteilt bewertet. Zumindest in Pécs selbst sind Bürger, Künstler und Organisatoren aber mittlerweile voll des Lobes. «Pécs 2010 ist für uns eine Chance, uns als Minderheit mit unserer Kultur zu präsentieren», sagt etwa Helmut Heil. Er bekam - nach zähen Verhandlungen - für die Tanz-Auftritte der deutschen Minderheit 7 Millionen Forint, knapp 25 000 Euro.

 

Pécs, zu deutsch Fünfkirchen, ist eine etwas verträumte 160 000- Einwohner-Stadt in Transdanubien, gut zwei Autostunden von Budapest entfernt nahe der kroatischen Grenze. Im 17. Jahrhundert wurde Pécs nach rund 150 Jahren aus türkischer Herrschaft befreit - so wie die Hagia Sophia in Istanbul zur Moschee wurde, wandelte sich die Gázi Kászim-Moschee am Hauptplatz von Pécs zur Kirche. Als Zeichen der Versöhnung ist auf der Kuppel der Halbmond unter dem Kreuz zu sehen.

 

Bei der Integration von Migranten und Minderheiten hat Pécs eine lange Tradition. Ein Problem bleibt aber der Umgang mit den Roma. Auch wenn hier zum Beispiel das erste Gymnasium Ungarns für Roma existiert - das Gandhi-Gymnasium.

 

Eine Parallele zur Ruhr 2010: Auch in Pécs spielt Kultur als Standortfaktor nach dem Niedergang von Industriezweigen eine wichtige Rolle. So entsteht derzeit das Zsolnay Kulturzentrum, es soll Galerien, Werkstätten und Begegnungsstätten auf dem Gelände der Porzellanmanufaktur Zsolnay beherbergen. Die bunten Mosaikmuster der im 19. Jahrhundert gegründeten Manufaktur sind überall in der Stadt zu sehen. Doch heute arbeiten für Zsolnay nur noch ein paar Dutzend Leute.

 

140 Millionen Euro - 90 Prozent davon von der Europäischen Union - wurden in das Kulturhauptstadt-Projekt gesteckt. Die Idee zur Bewerbung der Stadt ist auf Initiative lokaler Künstler entstanden - die dann aber teilweise ausgebootet wurden.

 

Ein Projekt, das zwar wenig mit Kultur zu tun hat, aber oft bei der Frage nach dem Nutzen des Ganzen genannt wird, ist die neue Autobahn, die die Fahrt von Budapest weniger ruckelig macht und mehr Touristen anlocken soll. «Es geht auch um eine dauerhafte Emanzipation vom Wasserkopf Budapest», sagt der künstlerische Direktor von Pécs 2010, Tamás Szalay. Der Zentralismus habe dazu geführt, dass kulturell außerhalb der Hauptstadt wenig passiere. Sicher ist in Pécs alles etwas kleiner als in Istanbul oder Essen, den beiden anderen Kulturhauptstädten. Nur 6,3 Millionen Euro stehen für das Kulturprogramm selbst zur Verfügung. Doch besonders bei Ausländern sei das Interesse an Pécs 2010 groß, berichten die Verantwortlichen.

 

Besonders deutlich werden bei Pécs 2010 die Bauhaus-Bezüge. Szalay führt durch die neu erbaute Bibliothek, die im September öffnen soll. Mit ihrer klaren, lichtdurchfluteten, über drei Ebenen gestalteten Architektur ist sie an den Bauhaus-Stil angelehnt. Bauhaus-Künstler wie Marcel Breuer stammen aus Pécs oder waren hier tätig.

 

Und was bleibt nach dem Kulturjahr außer der Autobahn, dem Kulturzentrum, der Bibliothek und einem noch im Bau befindlichen Konzerthaus? Szalay hofft auf so etwas wie den Glasgow-Effekt: 1990 wurde die schottische Industriestadt überraschend Kulturhauptstadt und schaffte so den Wandel zu einem Ort, der nun auch für Kreativität und künstlerischen Reichtum steht.

 



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