| Hessen gibt gestohlene Ikonen an Russland zurück |
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| Samstag, 14. August 2010 um 11:25 Uhr | ||
Wiesbaden (dpa/lhe) - Gestohlene Ikonen aus Russland kehren nach langjähriger Irrfahrt aus Hessen in ihre Heimat zurück. Der hessische Kunst-Staatssekretär Gerd Krämer (CDU) übergab die orthodoxen Heiligenbilder am Freitag in Wiesbaden an den russischen Generalkonsul in Frankfurt, Wladimir Lipajew. Die Kunstwerke mit einem Verkaufswert von etwa 160 000 Euro waren 2003 am Frankfurter Flughafen gefunden worden. 2008 hatte es ein Verfahren gegen einen Georgier wegen des Verdachts auf Hehlerei gegeben. Die 18 Holzikonen und fünf kleinen Reise-Klappaltäre aus Messing und Emaille stammten aus einer Kirche, einem Museum und Privathaushalten.
Die Hälfte der Ikonen war zwischen 1992 und 2001 aus der Kirche des Dorfes Jelochino in Gebiet Jaroslawl gestohlen worden, Hessens Partnerregion nordöstlich von Moskau. Für Krämer belegte die Rückgabe, dass die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland auf dem sensiblen Gebiet der Kriminalitätsbekämpfung funktioniert.
In Russland wird das Kulturministerium die geretteten Ikonen in Empfang nehmen und sie an ihre rechtmäßigen Eigentümer weiterleiten, wie Lipajew sagte. Russland sei im Visier internationaler Kunstdiebe, erläuterte er. Die Profite der organisierten Kriminalität aus dem Kunstraub stünden denen aus Drogen- oder Menschenhandel nicht nach. Das erbeutete Geld werde oft für neue Verbrechen ausgegeben, auch im Terrorismus.
Zu den Kunstwerken zählten mehrere Porträts des russischen Nationalheiligen, des wundertätigen Heiligen Nikolaus im kostbaren Bischofsgewand, mehrere Marienbilder und biblische Szenen. Nach Angaben des Ministeriums stammen zwei der Ikonen aus dem 18. Jahrhundert, die übrigen aus dem 19. Jahrhundert. Einige der Heiligenbilder waren aus dem Jarenski-Museum in Archangelsk in Nordrussland gestohlen worden.
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