| Erste Ausstellung nach Tod von Louise Bourgeois |
|
|
|
| Donnerstag, 19. August 2010 um 06:52 Uhr | ||
Jena (dpa/th) - Den internationalen Durchbruch als Künstlerin hat Louise Bourgeois (1911-2010) erst mit 70 Jahren geschafft. Bis ins hohe Alter setzte sich die Bildhauerin mit ihren kindlichen Traumata, dem weiblichen Rollenverständnis, mit Ängsten und geheimen Wünschen auseinander. Vom 3. September bis 24. November zeigt die Kunsthalle Jena die erste Ausstellung nach dem Tod der Künstlerin am 31. Mai. Höhepunkt der 114 Arbeiten aus internationalen Sammlungen sind «Personnages». Die abstrakten Totem-Figuren beschäftigen sich symbolhaft mit Individuen und ihren Beziehungen untereinander.
Als Bourgeois die Gipfel internationalen Ruhms erklomm, war sie als Bildhauerin fast alleine in einer Männerwelt, erklärte Jenas Kustos Erik Stephan. Heute zähle sie zu den bedeutendsten Künstlerinnen zur Wende vom 20. zum 21. Jahrhundert. Bis ins hohe Alter schuf sie figürliche Plastiken und raumgreifende Installationen von stilistischer Originalität. Das Jenaer Museum zeigt auch Zeichnungen der französisch-amerikanischen Künstlerin: Gedanken und Einfälle, die sie mit Feder, Stift und Pinsel zu Papier bringt und oft später in ihren Skulpturen aufgreift.
Louise Bourgeois wurde in Paris geboren. Ihre Eltern hatten eine Werkstatt zum Restaurieren alter Stoffe. Das traumatische Verhältnis zum Vater verarbeitete sie in Installationen wie «The Destruction of the Father» (Die Vernichtung des Vaters). Die Mutter, eine Weberin, bezeichnet sie dagegen als beste Freundin. Bourgeois symbolisierte sie oft als Spinne - «Maman» nennt sie die bis zu neun Meter hohen Bronze-Skulpturen. Sie stehen in namhaften Museen in aller Welt.
|
























































